ReviewAlbum

Band
PARKWAY DRIVE 
Kategorie
Album 
Heft
RH #372 
Titel
Reverence 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
9.0 

Epitaph/Indigo (43:13)

PLUS-MINUS

Schon mit „Atlas“ und „Ire“ haben diese australischen Könner in ihrer heimischen Schublade namens Metalcore derart übermütig herumgetobt, dass sie aus der Schiene sprang. Die Vielseitigkeit von „Reverence“ sprengt nun die gesamte Kommode. Die „Ehrerbietung“ („Reverence“) gilt in diesen zehn Zukunftsklassikern allen euphorisierenden Elementen harter Gitarrenmusik gleichermaßen. Thrash-Riffs treffen auf klassischen Hardrock, präzises Gebrüll auf unverschämte Festival-Hooklines für die Menge oder auf Crowdshouts zwischen Agnostic Front und Broilers. Wer auf die Texte achtet, wird mit der doppelten Wutlust entlohnt. Winston McCall spuckt so angriffsfreudig wie versiert bestens gestrickte Verse und beerdigt zum Einstieg gleich mal Gott und den Teufel auf einen Streich. Heimlicher Höhepunkt ist ´I Hope You Rot´. Zu dieser ignorant geilen Pop-Melodie, die PARKWAY DRIVE hier über einen in klassischen Doublebass-Metal eingebetteten Breakdown legen, wäre Jean-Claude Van Damme damals in „Bloodsport“ über die Fischerboote gehüpft, hätte es zu jener Zeit schon solche Mucke gegeben.  
Oliver Uschmann
9

Frage: Ist Metalcore ein so bemitleidenswertes Subgenre, dass man bereits in Jubelgeschrei ausbrechen muss, wenn eine Band nur ein bisschen von der etablierten Formel abweicht? Mag sein, dass PARKWAY DRIVE längst auf Szene-Stereotypen pfeifen, doch sie haben sie lediglich gegen andere Plattheiten eingetauscht. Das seichte Geplätscher ´The Void´ (in der Tat ziemlich inhaltsleer) klingt trotz oder gerade wegen Winston McCalls Dicke-Hose-Grölen wie Yankee-Rock von der Stange, und ´Chronos´ steht dadurch, dass es nach ermüdend langer Spielzeit doch beliebig im Sande verläuft, beispielhaft für die krampfhafte Sinnsuche dieser Band. Letzten Endes ist „Reverence“ in seinen schlimmsten Momenten überambitioniert und in den besten Konsens-Pop-Rock, so klischeehaft wie der afroamerikanische Bulle Forest Whitaker, der hinter Van Damme baden gehen musste. Zukunftsklassiker? Was hörst du sonst so, Oliver?
Andreas Schiffmann
4,5


Oliver Uschmann und Andreas Schiffmann 9.0

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