ReviewAlbum

Band
VELVET VIPER 
Kategorie
Album 
Heft
RH #371 
Titel
Respice Finem 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.5 

GMR/Soulfood (55:18)
Es ist schon verblüffend, wie stark „Respice Finem“ stellenweise im Spirit an die letzte Wucan erinnert. Oder andersherum: wie eng sich Wucan stilistisch an Zed Yago/Velvet Viper orientieren. Mit Sicherheit ist diese Ähnlichkeit nicht auf gegenseitige Inspiration zurückzuführen. Viel eher sind Jutta Weinhold und Francis Tobolsky so etwas wie Schwestern im Geiste. Und bei beiden liegen Genie und Wahnsinn oftmals verdammt dicht beieinander. Genau dies trifft (mit Abstrichen) auch auf die zehn Kompositionen des neuen Albums von VELVET VIPER zu. Eine Platte so balladesk zu eröffnen wie VELVET VIPER mit ´Don´t Leave Before Wintertime´, erfordert schon gehörig Selbstvertrauen - ab der Hälfte steigert sich der Opener allerdings zu einer packenden Hardrock-Nummer mit leicht neoklassizistischem Anstrich. Im gleichen Duktus geht es in Form von ´Shadow Ryche´ weiter, inklusive schüchterner Keyboard-Begleitung. Die englische Aussprache der Lyrics verrät immer noch teutonische Wurzeln, aber was bei Klaus Meine und Udo Dirkschneider zum Markenzeichen geworden ist, kann man Jutta Weinhold schlecht ankreiden. Das Titelstück knackt die Zehn-Minuten-Grenze, wirkt aber ein wenig zu aufgeblasen und rechtfertigt die ausufernde Spielzeit nicht wirklich. Beim „nur“ knapp neunminütigen ´Loherangrin - Lohengrin´ wird es schließlich ein letztes Mal hochdramatisch, Jutta Weinhold geht stimmlich an ihre Grenzen und plündert die mittelalterliche Schwanenritter-Saga; musikalisch pendelt die schleppende Nummer gekonnt zwischen Dio-Ära-Sabbath und frühen Rainbow. „Respice Finem“ offeriert fantasievollen Hardrock im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.


Matthias Mader 8.5

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