ReviewAlbum

Band
RICK PARFITT 
Kategorie
Album 
Heft
RH #371 
Titel
Over And Out 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
7.5 

Earmusic/Edel (36:06)
Manchmal fügen sich die Dinge wie von selbst zusammen. Parfitt musste Status Quo nach einem Herzinfarkt verlassen und spielte - kaum war er wieder halbwegs auf den Beinen - ein Soloalbum ein, dessen Vollendung er dann nicht mehr miterleben sollte. Der blonde Gitarrist hat sich nie groß um seine Gesundheit gekümmert, und so reichte ein banaler Sturz, um den Rock´n´Roller endgültig ins Nirwana zu befördern. Dem auf seiner Beerdigung gespielten Titelsong ´Over And Out´ wohnt deshalb eine ungewöhnlich tragische Note inne, wie überhaupt die Themen der Platte wie Parfitts Leben in Kurzfassung klingen. Männer am Scheideweg, Lieben, Leben, Leiden. Und klar, die Party kommt beim Daueroptimisten auch nicht zu kurz. Mit ´Lonesome Road´, das tatsächlich an die Quo-Frühphase erinnert, dem flotten ´Fight For Every Heartbeat´ (puh, noch so eine Nachricht aus dem „Jenseits“...) und der typischen Bob-Young-Nummer ´Everybody Knows How To Fly´ werden Status-Quo-Fans garantiert glücklich. Parfitts Stimme mag stellenweise schon ein bisschen zerbrechlich wirken, das Gespür für steil auf den Refrain zu marschierende Hits (´Long Distance Love´) wird der Musikwelt fehlen. Auch dass der Pop-Schlager der Fünfziger (´When I Was Fallin´ In Love´) hier seine Wiederauferstehung feiert, sollte Fußballfans, die ´You´ll Never Walk Alone´ mit einer Träne im Auge schmettern, nicht wirklich erschüttern können. „Over And Out“ ist ein erfreulich kurzweiliges Album mit logischen Gästen (Brian May von Queen, Chris Wolstenholme von Muse, Alan Lancaster, John „Rhino“ Edwards, beide Status Quo) und abseits der üblichen posthumen Resteverwertungen. R.I.P.!


Holger Stratmann 7.5

AMAZONEMPFEHLUNG