ReviewAlbum

Band
BETWEEN THE BURIED AND ME 
Kategorie
Album 
Heft
RH #371 
Titel
Automata I 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
9.0 

Sumerian/Warner (35:10)
Man könnte jetzt darüber meckern, dass „Automata I“ kaum länger als die „Hypersleep Dialogues“-EP und viel kürzer als die letzten BETWEEN THE BURIED AND ME-Alben ist. Allerdings reichen die 35 Minuten problemlos aus, um Menschen, die nicht schon den ersten Taktwechsel mit einem Tonträgerwechsel gleichsetzen, für viele Abende in die Große Magellansche Wolke zu schießen. Wer gleich mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad einsteigen will, darf als Erstes den garstigen Deathcore-meets-frühe-Voivod-Wirbelsturm ´Yellow Eyes´ dekodieren, in dem sich neben dem üblichen High-End-Budenzauber fabelhafte Basslinien, Thrash-Ausbrüche in Richtung Kreator und ein spätes, betörendes Gitarrensolo verbergen. Dynamik und Detailreichtum sind auch anno 2018 zwei der größten Stärken der US-Modern-Prog-Meister, mit dem mächtigen Opener-Epos ´Condemned To The Gallows´ - finstere Growls, erhabene Schönheit, unter die Haut gehende Gitarren-Leads, Riff-Feuerwerke zum Niederknien - und dem zehnminütigen, fernöstlich angehauchten Sci-Fi-Breitwand-Kurzfilm ´Blot´ schenken uns BTBAM noch zwei weitere musikalische Achterbahnfahrten der höchsten Güteklasse. Eine ähnlich faszinierende Klangreise hat auch ´House Organ´ zu bieten, allerdings unglaublicherweise auf kaum mehr als dreieinhalb Minuten komprimiert, während das vergleichsweise leichtfüßige ´Millions´ sogar schon nach drei Durchläufen Ohrwurm-Qualitäten offenbart. Lediglich sanfte Seelenstreichler wie ´Node´ vermisst man diesmal ein bisschen, aber die gibt´s ja dann vielleicht wieder im Sommer auf „Automata II“ zu hören.


Michael Rensen 9.0

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