ReviewAlbum des Monats

Band
DEATH ANGEL 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #39 
Titel
Act III 
Erscheinungsjahr
1990 
Note
9.5 

Eigentlich kann man nur noch beten. Nach zwei begnadeten Alben und perfekten Live-Performances stehen DEATH ANGEL bedauerlicherweise immer noch auf den unteren Stufen der Karriereleiter, obwohl die Band nun wirklich in jeder Beziehung mit weit erfolgreicheren Acts - Metallica, Anthrax, Annihilator etc... - mithalten kann. Und nicht nur das! Auf "Act III" klingt die Band immer noch frisch, während so manche Combo schon beim Debüt-Nachfolger nichts mehr hinzuzusetzen wußte. Wirklich talentierten Bands gehen die Ideen eben nicht so schnell aus. Und so wird nach kurzem Intro sofort das ersts Killerriff aus dem Handgelenk geschossen, Drummer Andy Galeon peitscht die Bande mit einer Speedattacke nach vorne, ehe 'Seemingly Endless Time' zur treibendenPowernummer mit psychedelisch angehauchtem Refrain vervollkommnet wird. Schon hier wird deutlich, daß DEATH ANGEL sich nicht mit der krampfartigen Verbissenheit anderer Thrash-Acts duch die Songs kämpfen.Ein weiterer Beweis ist 'Stop'. Ein packender, mehrstimmig angelegter Refrain, brutale, auf den Punkt gespielte Breaks. Wenn ich hier "mehrstimmig" schreibe, meine ich kein primitives Gegröle im Hintergrund, sondern Canon-artige Vocalarrangements wie in 'Veil Of Deception'. Bei dieser Ballade wären die alten UFO mit Michael Schenker noch blaß geworden - besser geht's nicht! Spätestens hier müßten die Massen zu packen sein. Warum zur Hölle sprechen DEATH ANGEL bisher nur ein Thrash-Publilum an - und selbst das nur zum Teil? Mit dem straighten Rocker 'Organisation' und dem Funk-beeinflußten 'Discontinued' (hier ziehen die Jungs technisch richtig vom Leder!) wird eine A-Seite beendet, die nicht besser hätte sein können. Leider verzetteln sich die Jungs in Songs wie 'Stagnant' auf der B-Seite manchmal zu sehr in den zahlreichen Superriffs, so daß der rote Faden, wie bei dem obengenannten Song, zeitweilig verloren geht. Dennoch gibt's auch hier Höhepunkte zu vermelden. 'A Room With A View' z.B. ist die zweite Ballade auf "Act III", und auch hier stehen die Jungs Metallica's 'One' (auch wenn's freilich etwas kürzer geworden ist) in nichts nach. Ein super Sound vonMax Norman und haufenweise tolle Songs, da kann man nur hoffen, daß Deutschlands Plattenkäufer endlich aufwachen und die Band auf ihrer kommenden Deutschlandtour fürchterlich abräumt. Vielleicht erkennt dann auch Kühnemund einmal, daß Rainbow's "Rising" und Uriah Heep nicht der Maßstab für die Neunziger sind. Die Zukunft heißt DEATH ANGEL! (9,5)


Holger Stratmann 9.5

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