ReviewAlbum des Monats

Band
METALLICA 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #28 
Titel
...And Justice For All 
Erscheinungsjahr
1988 
Note
9.5 

Nun, dann wollen wir mal Gerechtigkeit walten lassen. Lange Vorreden zu METALLICA kann ich mir wohl sparen. Die Band ist auf "...And Justice For All" den eingeschlagenen Weg konsequent weitergegangen. Der wenig aufwendige, aber natürliche und (vor allem im Gitarrenbereich) druckvolle Sound erinnert fatal an die "$ 5.98 EP", die Platte selbst ist vom Songmaterial in etwa wie "Master Of Puppets" aufgebaut. Der große Unterschied: METALLICA sind deutlich progressiver geworden und haben haufenweise Songs mit Überlänge produziert (9 Songs für über 64 Minuten). Folge: Beim ersten Hören wirken viele Songs unheimlich langatmig, hier haben's METALLICA vielleicht doch etwas zu weit getrieben, hätte man wenigstens ein paar kürzere Nummern mit eingestreut, wäre das Ganze etwas leichter zu verdauen gewesen. Man muß sich halt mit der Scheibe beschäftigen und freundet sich sehr bald mit Songs wie dem guten 'Blackened', dem fast zehnminütigen Titelstück, der alles überragenden Halbballade 'One' (geht später sehr gut ab!), dem aggressiven 'The Shortest Straw', 'The Frayed Ends Of Sanity' und 'Dyers Eve' (Abschlußtrack à la 'Damage Inc.') schnell an. Bleiben noch die Midtemponummer 'Harvester Of Sorrow', die mich nicht so vom Hocker reißt, aber nicht großartig gegenüber dem Rest abfällt, und das fast zehnminütige Instrumental 'To Live Is To Die'. Der Song ist sicher besser (weil abwechslungsreicher) als 'Orion', das beste Instrumentalstück von METALLICA heißt für mich allerdings immer noch 'Call Of Ktulu'. Die Band hat ihr bestes gegeben, die Songs enthalten unzählige, gekonnte Breaks, sind perfekt einstudiert, und die vielen Riffs sind, trotz der Länge der Titel, gut aneinandergeschweißt worden. "...And Justice For All" ist vielleicht ein Quentchen schlechter als sein Vorgänger, aber eine 9,5 ist's immer noch.


Holger Stratmann 9.5

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