ReviewAlbum des Monats

Band
JUDAS PRIEST 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #371 
Titel
Firepower 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.5 

Columbia/Sony (58:30)
Der gute 2014er Vorgänger „Redeemer Of Souls“ kommt mir in den ersten Kritiken zu „Firepower“ zu schlecht weg, natürlich auch mal wieder bei Leuten, die „damals“ voll des Lobes waren. Nichtsdestotrotz ist es richtig, dass man mit dem aktuellen Brecheisen noch mal eine Schüppe drauflegt: JUDAS PRIEST wirken unter der Obhut von Tom Allom und vor allem Andy Sneap hochkonzentriert und offerieren ein Derivat ihrer eigenen Geschichte, das mit ´Traitors Gate´ und vor allem ´Lone Wolf´ noch nicht mal die tendenziell vergessenswerte Ripper-Owens-Phase ausspart, sich beim Rest aber ausschließlich an den großen Zeiten abarbeitet (also quasi an allem bis einschließlich „Defenders Of The Faith“, dazu „Painkiller“). Würde man die beiden erwähnten Stücke und die schwächsten zwei der bandtypischen Simpel-Refrain-Nummern, zum Beispiel ´Spectre´ und (trotz der mitreißenden Bridge) ´Flame Thrower´, streichen, hätte man sogar ein völlig brillantes Album in „normaler“ LP-Länge, das neben den Klassikern bestehen könnte. So reicht es immerhin für eine bockstarke Heavy-Metal-Platte, für die bis jetzt stärkste des gar nicht mehr so jungen Jahres übrigens, die immer dann am nachhaltigsten begeistert, wenn nicht nur die natürlich über jeden Zweifel erhabenen Gitarren im Vordergrund stehen, sondern Rob Halfords Signature-Gesang melodische Highlights setzt, also bei ´Lightning Strike´, ´Never The Heroes´ (Accept, anyone?), Matthias´ Fave ´Rising From Ruins´, dem noch nicht mal dreiminütigen ´No Surrender´ oder der abschließenden, nun ja, Power-Ballade ´Sea Of Red´.
Man kann das Ganze nun „Alterswerk“ nennen, und kein Mensch weiß, wie es mit den Engländern mittelfristig weitergeht, aber ich habe gerade trotz Glenn Tiptons schwerer Erkrankung (Andy Sneap springt live für ihn ein) nicht das Gefühl, dass sie bereits alles gesagt haben. Für mich wirkt „Firepower“, das NATÜRLICH das beste Priest-Album seit „Painkiller“ darstellt, eher wie ein „Comeback“, wie der Anfang des x-ten Frühlings. Und damit war - trotz „Redeemer Of Souls“ (siehe oben) - nicht wirklich zu rechnen.


Boris Kaiser 8.5

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