ReviewAlbum des Monats

Band
KREATOR 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #357 
Titel
Gods Of Violence 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
9.0 

Nuclear Blast/Warner (51:50)
Das Fazit vorneweg: Album Nummer zwei mit Meisterproduzent Jens Bogren setzt die Linie von „Phantom Antichrist“ fort. Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger sind jedoch marginal: Längere Soli, ein paar Maiden-Melodien und eine etwas aufgeräumtere Produktion sind die wenigen Neuerungen im Konzept des Erfolgsquartetts. Die angekündigten „sinfonischen“, von Fleshgod Apocalypse kreierten Teile gehen dagegen im Mix leider nahezu unter.
Los geht´s mit dem Intro ´Apocalypticon´, das künftig als Einlaufmusik bei Heimspielen von Rot-Weiß Essen zu hören ist. Eine sehr gute Wahl, ohne dass sich Mille nun für Fußball interessieren würde. Man darf hoffen, dass der Stadionsprecher die CD auch rechtzeitig ausmacht, damit beim pfeilschnellen ´World War Now´ nicht ein paar RWE-Opas von den Sitzen kippen. Ein klassischer KREATOR-Opener mit tollen Mittelteilen von Sami! ´Satan Is Real´ lebt vom starken Hauptriff, über den Refrain kann man jedoch streiten. Eingängig ist die Nummer allemal. ´Totalitarian Terror´ ist die heftigste Eruption des Albums, hier gibt Jülle im typischen KREATOR-Stil Vollgas, ehe das nächste Intro den Album-Höhepunkt ´Gods Of Violence´ ankündigt. Der Song ragt nicht nur wegen seines hymnenhaften Aufbaus, sondern auch wegen der cleveren Platzierung in der Album-Mitte heraus. ´Army Of Storms´ ist ein vorbildlich exekutierter, abwechslungsreicher Thrash-Song, zu dem die Band vor 20 Jahren niemals in der Lage gewesen wäre. ´Hail To The Hordes´ (cooler Text!) etabliert sich als neue Fan-Hymne und ´Fallen Brother´ als gradliniger Rocker für die chilenischen Stadion-Shows. So weit ist „Gods Of Violence“ ein nahezu perfektes KREATOR-Album. ´Lion With Eagle Wings´, ´Side By Side´ und ´Death Becomes My Light´ haben ihre Qualität, fallen im Album-Kontext aber auch nach mehrmaligen Durchläufen etwas ab. Man muss die Essener deshalb nicht überkritisch beurteilen: Auf welchem zeitgenössischen Metal-Album befinden sich noch sieben (!) Volltreffer? Vielmehr ist „Gods Of Violence“ die endgültige Eintrittskarte in den globalen Metal-Olymp und das erste Must-have-Album des Jahres!

DISKOGRAFIE (Studioalben)

Endless Pain (1985)
Pleasure To Kill (1986)
Terrible Certainty (1987)
Extreme Aggression (1989)
Coma Of Souls (1990)
Renewal (1992)
Cause For Conflict (1995)
Outcast (1997)
Endorama (1999)
Violent Revolution (2001)
Enemy Of God (2005)
Hordes Of Chaos (2009)
Phantom Antichrist (2012)
Gods Of Violence (2017)

LINE-UP


Mille Petrozza (v./g.)
Sami Yli-Sirniö (g.)
Christian „Speesy“ Giesler (b.)
Jürgen „Ventor“ Reil (dr.)


DIE PATEN

Wer auf aktuelle KREATOR steht, mag bestimmt auch:

Slayer * Megadeth * Judas Priest * Dark Angel * Annihilator * Warbringer * Mortal Sin * Testament * Suicidal Angels * Destruction * Vio-lence * Sacrifice * Onslaught * Iron Maiden * Exodus * Sodom


Holger Stratmann 9.0

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