ReviewAlbum des Monats

Band
IHSAHN 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #348 
Titel
Arktis 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
9.0 

Spinefarm/Universal (57:26)
Dass ein Künstler, der alles andere als Konsensmucke macht, den Rock-Hard-Soundcheck anführt, kommt nicht alle Tage vor, doch ein Album wie IHSAHNs sechstes, dessen thematischer Rahmen ungefähr auf die Nichtigkeit des Menschseins abzielt, klang selten so erhebend und - jawohl! - geradezu massentauglich. „Arktis“ bietet fast schon stadionkompatible Refrains (´Mass Darkness´) und mit ´Until I Too Dissolve´ praktisch einen reinen AOR-Song, lässt aber vor allem sehr viel außen vor, was „moderne“ Musik längst überkommen haben sollte. Der Norweger meidet Klischees der Ballade und des orchestralen Black Metal, ohne sie etwa in ´Crooked Red Line´ respektive ´Pressure´ ganz zu leugnen, lässt typisch skandinavische Melodien nicht abgeschmackt klingen, spielt mit Swing-Rhythmen - und lässt zwei Sänger zu Wort kommen, deren Stimmen ebenso unverkennbar sind wie seine eigene: Leprous´ Einar und (ausgerechnet) Trivium-Matt sorgen für die Gänsehautmomente dieser zeit- und schrankenlosen Zusammenstellung, an der sowohl klassische Songwriter als auch Avantgardisten schwer zu kauen haben werden, falls sie heranreichen möchten. Sollten bis jetzt noch Zweifel daran bestanden haben, dass dieser wohl klügste aller Überlebenden der Frühneunziger-Black-Metal-Szene Skandinaviens zu den wichtigsten musikalischen Impulsgebern der Gegenwart gehört, sind sie hiermit vom Tisch.
DISKOGRAFIE

The Adversary (2006)
angL (2008)
After (2010)
Eremita (2012)
Das Seelenbrechen (2013)
Arktis (2016)

LINE-UP

Ihsahn (v./g./b./keys)
Tobias Ørnes Andersen (dr.)
Jørgen Munkeby (sax)
Matt Heafy (v.)
Einar Solberg (v.)

DIE PATEN

Wer die folgenden Acts mag, wird auch bei „Arktis“ ein Fass aufmachen:

Emperor * Arcturus * Devin Townsend * Leprous * Enslaved * Borknagar * Opeth * Shining (Nor) * Solefald * Dødheimsgard * Manes


Andreas Schiffmann 9.0

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