ReviewAlbum des Monats

Band
ARMORED SAINT 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #337 
Titel
Win Hands Down 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
8.5 

Metal Blade/Sony (51:04)
Heilig´s Blechle: Vor allem bis zum vierten Song ´Muscle Memory´ lassen ARMORED SAINT auf ihrem unerwarteten Album-Comeback „Win Hands Down“, dem ersten Band-Dreher seit „La Raza“ von 2010, verdammt mächtig, ähem, die Muskeln spielen, mich erinnert dieser energetische Leck-mich-fett-Auftakt in erster Linie ein Stück weit an „Symbol Of Salvation“: Ähnlich wie auf der 1991er Platte verschließen sich Saint, die ja völlig zu Recht als eine der unterbewertetsten US-Metal-Bands überhaupt gelten, auch diesmal keineswegs neuen Einflüssen, sie konzentrieren sich aber in erster Linie auf ihre großen Stärken, also auf unglaublich selbstbewusstes Spiel in Verbindung mit diesem komplett klischeefreien Signature-Songwriting, das keine andere Truppe ähnlich klingen lässt. ´That Was Then, Way Back When´ und ´With A Full Head Of Steam´ (inklusive Gast-Vocals von Scott Ians besserer Hälfte Pearl Aday) geben einem danach ein wenig Zeit zum Luftholen, das Finale mit ´In An Instant´ (mutiges, gelungenes Arrangement), ´Dive´ und dem eingängigen ´Up Yours´ zieht noch mal an. Man könnte an dieser Stelle noch genauer auf die jazzige Bridge im Titelsong oder das tragende Piano im erwähnten ´Dive´ eingehen, aber ganz ehrlich: Die L.A.-Connection braucht im Grunde nun mal nicht mehr als die immer noch brillanten Vocals von John Bush, ihre zwei Super-Gitarren und diese Tight-as-fuck-Rhythm-Section, die alles zusammenhält. ARMORED SAINT sind eine der wenigen Bands, bei denen man sich traut, das Wort „erwachsen“ als Umschreibung für ihren Sound zu verwenden, denn was in der Regel eher ein Synonym für „ausgewimpt“ oder „langweilig“ darstellt, steht hier für Männer-Metal, für Musik von Leuten, die sich nicht mehr zwanghaft ständig irgendeinen Scheiß beweisen müssen. Willkommen zurück!

DISKOGRAFIE
Armored Saint (EP, 1983)
March Of The Saint (1984)
Delirious Nomad (1985)
Raising Fear (1987)
Saints Will Conquer (Live, 1988)
Symbol Of Salvation (1991)
Revelation (2000)
Nod To The Old School (Compilation, 2001)
La Raza (2010)
Win Hands Down (2015)


LINE-UP
John Bush (v.)
Phil Sandoval (g.)
Jeff Duncan (g.)
Joey Vera (b.)
Gonzo Sandoval (dr.)


DIE PATEN
Wer folgende Acts mag, wird auch auf „Win Hands Down“ abfahren:

Metal Church, Riot, Vicious Rumors, Anthrax, Life After Death, DC4, Overkill, Flotsam And Jetsam, Lizzy Borden, Thin Lizzy, Jag Panzer, Leatherwolf, Y&T, Judas Priest


Ein Interview mit ARMORED SAINT findet ihr auf den Seiten 30/31 in diesem Heft.


Boris Kaiser 8.5

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