ReviewAlbum des Monats

Band
ATTIC 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #308 
Titel
The Invocation 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
8.5 

Ván Records/Soulfood (48:06)
ATTIC aus dem Ruhrpott sind die stärkste deutsche Heavy-Metal-Band seit Metal Inquisitor und genießen seit ihrer Anfang des Jahres in Eigenregie veröffentlichten Debüt-EP (die vorher schon als Demo - auch bei uns - abgefeiert worden war) im weltweiten Underground einen aúsgezeichneten Ruf. Besonders Mercyful-Fate- und King-Diamond-Fans, sprich 90 Prozent aller geschmackssicheren Headbanger, haben die Gelsenkirchener auf Anhieb in ihre schwarzen Herzen geschlossen, was nicht nur an der herausragenden Stimme von Meister Cagliostro liegt. Der orientiert sich vor allem an King Diamonds frühen Soloalben (setzt also zu 70 Prozent hohe Stimmen ein) und bringt lediglich in den tieferen Stimmlagen, die er ebenso beherrscht, eine eigene Note ein. Wäre man böswillig, könnte man deshalb von einer Kopie sprechen. Da aber der King-Diamond-Gesang inzwischen so etwas wie ein eigenes kleines Genre geworden ist und mit Portrait, In Solitude oder Metalhead schon echte Highlights hervorgebracht hat, bewerten wir hier ausschließlich die Qualität des Gebotenen - und da muss man eindeutig feststellen: Meister Cagliostro ist der Beste von allen!
Natürlich wäre er ohne seine Bandkollegen und deren Songwriting trotzdem nur die Hälfte wert - aber die zehn Tracks meiner Vorab-CD (keine Songtitel) offenbaren keinen einzigen Schwachpunkt! Die vielen verschiedenen Breaks und Stimmungen alter Mercyful-Fate-Klassiker (hier orientieren sich ATTIC eher an King Diamonds alter Band als an seinen Solowerken), die melodischen Gitarrenharmonien und die solide Rhythmusabteilung bestimmen jeden einzelnen Song und sorgen für viele Highlights und Überraschungseffekte. ATTIC sind genauso nah an Mercyful Fate wie Malice an Judas Priest, auch qualitativ. Und weil sie auch technisch allen Gleichgesinnten locker Parioli bieten können, gibt es zwischen Gesang und Instrumentierung kein Gefälle mehr. Bei der EP war das noch anders. ATTIC haben also innerhalb eines Jahres sämtliche Lektionen gelernt, die man in solch kurzer Zeit bewältigen kann. Jetzt müssen sie uns nur noch beweisen, dass sie dieselbe hohe Qualität auch live umsetzen können (bisher gab es da ebenfalls nur Positives zu berichten) - dann wächst hier Großes heran. Klasse!

Und das sagt Gitarrist Katte zum Soundcheck-Sieg:
»Vielen Dank! Als Musiker freut es einen sehr, solche Anerkennung für das zu erhalten, was man mit Leidenschaft betreibt. Im letzten Jahr ist viel Zeit und Hingabe in unsere Arbeit mit ATTIC geflossen, wofür wir mit reichlich Erfahrung belohnt wurden und mehr positives Feedback erhielten, als wir je erwartet hätten. Besonders mit dem Stil, den wir spielen, empfinden wir es als Freude, auch jenseits des traditionellen Metal-Undergrounds wahrgenommen zu werden. Dass dies durch Rock Hard geschieht, ein Magazin, mit dem wir mehr oder weniger aufgewachsen sind, ehrt uns besonders und rundet dieses lange Jahr in unseren Augen perfekt ab.«

DISKOGRAFIE
Demo (2011)
Attic (EP, 2012)
Satan´s Bride (Split-7“ mit Walpurgis Night, 2012)
The Invocation (2012)

LINE-UP
Rob (g.)
Katte (g.)
Meister Cagliostro (v.)
Roman (dr.)
Chris (b.)

DIE PATEN
Wem die folgenden Acts gefallen, der sollte unbedingt auch ATTIC anchecken - und umgekehrt:
Mercyful Fate * King Diamond * Portrait * In Solitude * Metalhead * Iron Maiden * Judas Priest * Witchfinder General * Cirith Ungol * Denial Of God * Nasty Savage * Angel Witch * Sabbat * Hell * A Tortured Soul * Evil * Vortex


Götz Kühnemund 8.5

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