ReviewAlbum des Monats

Band
GRAVEYARD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #306 
Titel
Lights Out 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
8.5 

Nuclear Blast/Warner (35:33)
Mit dem brillanten „Hisingen Blues“ und zahlreichen intensiven Liveshows katapultierten sich GRAVEYARD innerhalb des letzten Jahres an die Spitze der Vintage-Rock-Bewegung und überholten die nicht minder starke Konkurrenz (u.a. Witchcraft) in Sachen Popularität mal eben ganz locker auf der rechten Spur. Keine Frage, dass auf dem Nachfolger „Lights Out“ eine immens hohe Erwartungshaltung lastet. Und glücklicherweise bietet das dritte Album der Schweden sehr viel von dem, was den Vorgänger zum Über-Album werden ließ. Ausdrucksvolle Dynamik, fesselnde Tempowechsel, düsterer Blues und dramatischer Vintage-Rock, all das ist da. Aber dennoch beschleicht einen auch nach etlichen Durchläufen das Gefühl, dass irgendetwas fehlt, und das liegt u.a. wie bei Witchcraft und deren Album „Legend“ am Sound. Obwohl GRAVEYARD wieder komplett auf analoge Aufnahmetechnik gesetzt haben und es bei weitem nicht solche Auswüchse angenommen hat wie bei „Legend“, klingt „Lights Out“ komprimierter und geschliffener, was zur Folge hat, dass die Stimme von Gitarrist und Sänger Joakim nicht mehr so dominant das Geschehen bestimmt. Zudem ist „Lights Out“ auf Anhieb gefälliger, einfacher und leichter verdaulich. Das spricht zwar für die kompositorische Stärke der Schweden, spannende musikalische Entdeckungsreisen werden auf lange Sicht gesehen aber wohl ausbleiben. Keine Frage, „Lights Out“ ist stark, aber leider nicht ganz so grandios wie „Hisingen Blues“.

DISKOGRAFIE
Graveyard (2007)
Hisingen Blues (2011)
Lights Out (2012)

LINE-UP
Joakim Nilsson (v., g.)
Rikard Edlund (b.)
Axel Sjöberg (dr.)
Jonatan Larocca Ramm (g.)

DIE PATEN
Wem „Lights Out“ zusagt, der dürfte auch zu den Sounds der folgenden Bands mit den Hosenschlägen seiner speckigen Jeans wedeln:
BURNING SAVIOURS, HORISONT, WITCHCRAFT, DEAD MEN, BLOWBACK, PENTAGRAM, ROKY ERICKSON, CAPTAIN BEYOND, LEAF HOUND, COMUS, THE CHRYSTAL CARAVAN, SIENNA ROOT, THE GRAVIATORS, GRAND FUNK RAILROAD, BRUTUS, ABRAMIS BRAMA, BLUE CHEER, WITCHFINDER GENERAL


Andreas Himmelstein 8.5

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