ReviewAlbum des Monats

Band
TESTAMENT 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #303 
Titel
Dark Roots Of Earth 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
8.0 

Nuclear Blast/Warner (51:10)
„The Formation Of Damnation“ war DAS Thrash-Album des Jahres 2008 und katapultierte TESTAMENT nach langer Zwangspause (während der Überfrontmann Chuck Billy - erfolgreich - gegen den Krebs kämpfte) zurück an die Spitze. Ende der Achtziger, nach drei überragenden Longplayern, hätte ja nicht viel gefehlt, und TESTAMENT hätten zu den „Big Four“ des US-Thrash aufgeschlossen. Nach Anthrax und vor Overkill bzw. Exodus galten sie damals als die „Nummer fünf“, die mit ihrem Debüt „The Legacy“ wahrscheinlich zwei Jahre zu spät auf der Bildfläche erschienen war. Album Nummer vier, „Souls Of Black“ (1990), war dann allerdings ein leichter Rückschritt, und der ganz, ganz große Durchbruch blieb aus.
Egal. Was zählt, ist die Tatsache, dass TESTAMENT zu den prägenden Vätern des Bay Area Thrash zählen und auch heute noch absolut relevant für die Metalszene sind. Vielleicht tat die lange Pause zu Anfang des neuen Jahrtausends sogar gut und weckte neue Kräfte, die den Comeback-Longplayer „The Formation Of Damnation“ so stark gemacht haben. „Dark Roots Of Earth“ strahlt eine ähnliche Souveränität aus, deckt alle Facetten des TESTAMENT-Sounds (von etwas geschliffenerem, melodischem Thrash bis hin zu äußerst ruppigen, fast schon Death-Metal-lastigen Klängen) ab, enthält ein paar absolute Volltreffer - ist aber unterm Strich trotzdem nicht ganz so stark wie der überragende Vorgänger. Das vorab auf unserer „Lauschangriff“-CD veröffentlichte ´True American Hate´ finde ich zum Beispiel nur durchschnittlich, weil ich Chucks „Death-Metal-Stimme“ nicht besonders mag. Viel besser klingt er meiner Meinung nach, wenn er - wie in ´Man Kills Mankind´, ´A Day In The Death´ oder ´Native Blood´ - sein melodischeres, differenzierteres Shouting einsetzt. Und dass er sogar richtig singen kann (wie in der Halbballade ´Cold Embrace´ oder im Titelsong ´Dark Roots Of Earth´), darf er für meinen Geschmack auch ruhig öfter zeigen.
Das alles aber ist Jammern auf hohem Niveau, denn „Dark Roots Of Earth“ ist durchaus verdient „Album des Monats“ geworden und enthält alle TESTAMENT-Trademarks, die wir seit 25 Jahren so lieben. Die Bonustracks der Erstveröffentlichung, die mir bei Redaktionsschluss noch nicht vorlagen, sollen es außerdem (s.a. Story in diesem Heft) echt in sich haben!

Diskografie (nur Studioalben):
The Legacy (1987)
The New Order (1988)
Practice What You Preach (1989)
Souls Of Black (1990)
The Ritual (1992)
Low (1994)
Demonic (1997)
The Gathering (1999)
First Strike Still Deadly (2001)
The Formation Of Damnation (2008)
Dark Roots Of Earth (2012)

Line-Up:
Chuck Billy (v.)
Eric Peterson (g.)
Alex Skolnick (g.)
Greg Christian (b.)
Gene Hoglan (dr.)

Wer TESTAMENT verehrt, braucht auch folgende Bands für ein glückliches Leben:
METALLICA * SLAYER * MEGADETH * EXODUS * VENOM * DARK ANGEL * ANNIHILATOR * HEATHEN * KREATOR * MORTAL SIN * ONSLAUGHT * OVERKILL * SACRED REICH * FLOTSAM AND JETSAM * IRON MAIDEN * WARBRINGER * SUICIDAL ANGELS * BONDED BY BLOOD * ANGELUS APATRIDA * MANTIC RITUAL * MUNICIPAL WASTE * GAMA BOMB * LEGACY


Götz Kühnemund 8.0

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