ReviewAlbum des Monats

Band
ACCEPT 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #280 
Titel
Blood Of The Nations 
Erscheinungsjahr
2010 
Note
9.0 

Nuclear Blast/Warner (67:37)

Damit konnte wirklich keiner rechnen! 14 Jahre nach „Predator“, dem letzten (nicht gerade umjubelten) ACCEPT-Studioalbum, versuchen es die Ex-Solinger noch einmal. Zwölf neue Songs im Gepäck (13 auf dem Digi), ein neuer Sänger (Mark Tornillo, ex-TT-Quick) an Bord, ein kompetenter Produzent (Andy Sneap) im Rücken - das sind die drei Grundpfeiler, auf denen ACCEPT „Blood Of The Nations“ errichten und im wahrsten Sinne des Wortes veredeln konnten. Auch größte Skeptiker (zu denen ich anfangs selber zählte) müssen zugeben, dass diese Scheibe zu hundert Prozent nach ACCEPT klingt, zu hundert Prozent die Erwartungen erfüllt und zu hundert Prozent ins Schwarze trifft. Sänger Mark brüllt wie Udo Dirkschneider in besten Zeiten, hat aber auch andere, melodischere Stimmlagen drauf, wie er in ´The Abyss´ oder ´Kill The Pain´ beweist, und klingt auf „Blood Of The Nations“ viel souveräner als auf der vorab ins Internet gestellten Jam-Session (die die Skepsis vieler Dirkschneider-Fans nur bestärkte). Das Herz von ACCEPT sind aber nach wie vor Wolf Hoffmanns schneidende, mächtige, charakteristische Riffs, die man - wie in ´Rollin´ Thunder´, ´New World Comin´´, ´The Abyss´, ´Pandemic´ oder ´Teutonic Terror´ - sofort identifizieren kann und die von typisch melodischen, immer wieder klassisch beeinflussten Soli flankiert werden. Genau dieses Gespür für das musikalische Detail, das gewisse Etwas, ist der Unterschied zwischen U.D.O. und ACCEPT im Jahre 2010, auch wenn ich das Durchhaltevermögen Dirkschneiders über all die Jahre nicht schmälern möchte.
Es passiert nicht oft, dass ein zwölf (lange) Songs umfassendes Album keinen einzigen Hänger enthält und mit jedem Durchlauf wächst, obwohl schon der erste Eindruck überzeugt. „Blood Of The Nations“ ist nicht nur so heavy und abwechslungsreich wie die allerbesten ACCEPT-Scheiben „Breaker“, „Restless And Wild“ und „Balls To The Wall“ - es ist auch fast so gut. Und damit konnte vor einem Jahr nun wirklich niemand rechnen.


Götz Kühnemund 9.0

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