ReviewAlbum des Monats

Band
HEAVEN SHALL BURN 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #277 
Titel
Invictus 
Erscheinungsjahr
2010 
Note
9.0 

Century Media/EMI (45:15)

HEAVEN SHALL BURN haben das einzig Richtige getan, Gitarrist Maik Weichert nennt das Ganze eine „Weiterentwicklung in homöopathischen Dosen“: Auf „Invictus“ verarbeiten die Thüringer zwar neue Einflüsse (oder wagen sich zumindest offensiver an deren Integration), sie kümmern sich letzten Endes aber in erster Linie um eine Perfektionierung des eigenen musikalischen Weltbilds. Die bandtypische Verschmelzung von Death Metal, Metalcore, Hardcore und Thrash war zumindest im Gesamten noch nie so zwingend wie diesmal: ´The Omen´, ´I Was I Am I Shall Be´, ´Of Forsaken Poets´ oder ´Buried In Forgotten Grounds´ überragen mit noch feiner justierten Melodien, als sie zumindest auf den letzten beiden Alben zu finden waren, endgültig die komplette Konkurrenz, während die Modifizierungen - ´Combat´ und ´The Lie You Bleed For´ glänzen mit sinniger harter Elektronik, ´Given In Death´ gerät mit Unterstützung von Deadlock-Sängerin Sabine Weniger zum kommerziellsten HSB-Stück aller Zeiten, dazu scheinen immer öfter Black-Metal-Rasereien durch - als angenehm unaufdringlicher (und natürlich rein natürlicher) Geschmacksverstärker fungieren.
Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Quintett mit dieser Platte einen weiteren Schritt nach vorne machen wird - und man darf erneut feststellen, dass gerade eine nicht das Reinheitsgebot beachtende Combo wie HSB genau das perfekt vermittelt, was großen Teilen der Metalszene längst abhanden gekommen ist: Aussagekraft, Mut, Integrität, Erdverwurzelung und vor allem und vorneweg kübelweise unverzichtbare, reinigende Energie.
„Invictus“ ist der Stachel im Arsch des Establishments.


Boris Kaiser 9.0

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