ReviewAlbum des Monats

Band
EXODUS 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #276 
Titel
Exhibit B: The Human Condition 
Erscheinungsjahr
2010 
Note
9.0 

Es ist schon erstaunlich, wo das Duo Gary Holt/Lee Altus immer wieder diese arschgeilen Riffs herholt. Und machen wir uns nix vor: Diese Riffs sind das Lebenselixier von EXODUS. Ich meine, hört euch mal Dampfwalzen wie ´Burn, Hollywood, Burn´, ´Beyond The Pale´, ´Good Riddance´ oder ´Class Dismissed (A Hate Primer)´ an und spürt diese unheilvolle Mischung aus Adrenalin, Testosteron und purer Gewalt. Danach bleiben eigentlich keine Fragen mehr offen.
Aber selbstverständlich lebt ein guter Song nicht alleine von tollen Riffs. Die Art und Weise, wie Tom Hunting am Schlagzeug für den wuchtigen Unterbau sorgt, ist mehr als beeindruckend. Spektakuläres Drumming, das sich trotzdem nie in den Vordergrund drängt. Front-Asi Rob Dukes hat sich auch längst freigeschwommen, pöbelt und röhrt mit seinem markanten Organ und wirkt dabei nicht nur aufgrund seiner imposanten Erscheinung jederzeit bedrohlich. Zur Not kann er´s aber auch mal mit Melodie, wie etwa bei ´Democide´ oder ´Nanking´, den beiden Tracks, bei denen EXODUS das Gaspedal mal nicht bis zum Boden durchtreten. Und nicht unterschlagen darf man natürlich auch die feine Klinge, die Holt und Altus bei ihren zahllosen Soloduellen schwingen.
Somit ist „Exhibit B: The Human Condition“ der logische und konsequente Nachfolger des Vorgängerwerks „The Atrocity Exhibition“, jedoch mit einem klitzekleinen Makel: Die Platte ist zu lang. Gerade ´The Sun Is My Destroyer´ und ´Downfall´ wirken etwas zu langatmig. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass dieses Teil ein Pflichtkauf für jeden Thrasher ist.


Frank Albrecht 9.0

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