ReviewAlbum des Monats

Band
METALLICA 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #258 
Titel
Death Magnetic 
Erscheinungsjahr
2008 
Note
9.0 

Universal (74:48)
Ich gebe zu, ich habe beim Hören dieser Scheibe geweint. Vor Freude. Und nicht etwa beim ersten Reinlauschen, weil „endlich wieder alles wie früher ist“, sondern nach mindestens 30 Durchläufen, irgendwo auf der Autobahn im niedersächsischen Nirgendwo, als endgültig der Knoten platzte und aus einem Album, das alle Erwartungen übertraf, ein monumentales Jahrhundertwerk wurde.
„Death Magnetic“ enthält mehr göttergesandte und perfekt aufeinander abgestimmte Gitarrenriffs als JEDES Metal-Album seit „...And Justice For All“ - eine unfassbar überwältigende Axtmacht, die mich nachts von den Akkordfolgen träumen, hochschrecken und (sehr zur Freude von Frau und Vermieter) zur Stereoanlage stolpern lässt, weil die Sucht nach dem Album zu fast schon körperlichen Entzugserscheinungen führt.
Ob „Death Magnetic“ an die Klasse der makellosen METALLICA-Frühwerke heranreicht oder nicht, ist mir ehrlich gesagt scheißegal, denn seit ich vor fast 15 Jahren beim Rock Hard angefangen habe, hat mich KEINE Thrash-Platte so tief berührt. James´ Vocals ergänzten sich nicht einmal auf den Heiligtümern der 80er so phänomenal mit seiner Rhythmusgitarre, Kirks Soli sind keine Frickelarien, sondern pure Emotionen, und die Spannungsbögen der bis in den letzten Takt meisterhaft montierten, nie zu langen oder kopflastigen Songs (danke, Rick Rubin!) würden jeden Hollywood-Blockbuster aufwerten.
Können METALLICA mit ihrem Todesmagneten an „Master Of Puppets“ anknüpfen? Völlig wurscht! „Death Magnetic“ ist METALLICA 2008, ein im angenehmsten Sinne progressives Wunderwerk, das viel von „...And Justice For All“ hat, aber auch die Melodiefixiertheit des „Black Album“, das Hypnotische von „St. Anger“ und die Blues-Vibes von „Load“/“Reload“ durchschimmern lässt. Vor allem ist die Platte aber eines: grundehrlich. Man merkt jederzeit, wie viel Bock die Herren nach überstandener Midlife-Crisis haben, wieder ganz ohne Rücksicht auf Zeitgeist und interne Differenzen den ganz großen Hammer auszupacken. Und das können nicht mal Machine Head und schon gar nicht Bands wie Trivium auch nur halb so atemberaubend wie METALLICA. Abgesehen vom leider zu komprimierten Schnarr-Mix ist „Death Magnetic“ ein lupenreines Zehn-Punkte-Album.


Michael Rensen 9.0

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