ReviewAlbum des Monats

Band
BILLY TALENT 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #230 
Titel
II 
Erscheinungsjahr
2006 
Note
9.0 

(47:08)
Göttliche, aufs Allernotwendigste reduzierte Songs, null Ausfälle, ein durchgängig kurz vor dem Herzkasper herumhampelnder Adrenalinspiegel und atmosphärischer Tiefgang bis in Regionen, wo nur noch brodelnde Lava existieren kann: Das selbstbetitelte 2003er BILLY TALENT-Debütalbum markierte den größten kreativen Senkrechtstart einer Newcomer-Band seit vielen Jahren und ist mit dem Abstand von ca. 200 Durchläufen ein heißer Zehn-Punkte-Kandidat. Einen solchen Geniestreich kann eine so frische Band eigentlich nicht wiederholen - aber irgendwie schaffen diese vier Wunderknaben aus Toronto das Unmögliche. Ein, zwei der 13 Songs sind „nur sehr gut“, der Rest schließt wieder sämtliche rationalen Hirnkreisläufe kurz und verwandelt den Hörer in ein grölendes, tanzendes, zappelndes, wunschlos glückliches Rock´n´Roll-Monster. Hier sitzt jede Melodie, jedes Riff, jeder Snare-Schlag, hier fusionieren hymnischer Emocore und schnodderiger Rotzrock zu einer alles hinwegfegenden Dampframme, animiert jeder balladeske Song zum Sich-selig-in-den-Armen-Liegen und jeder Arschtreter zum Schädel-gegen-die-Boxen-Hämmern. BILLY TALENT rocken (ohne sich oder irgendwen sonst zu kopieren) auf Augenhöhe mit Guns N´Roses´ „Appetite For Destruction“, Backyard Babies´ „Total 13“ und Green Days „American Idiot“ - und man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sie dieses überirdische Niveau noch lange werden halten können.


Michael Rensen 9.0

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