ReviewAlbum des Monats

Band
CALIBAN 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #226 
Titel
The Undying Darkness 
Erscheinungsjahr
2006 
Note
8.5 

(42:37)
»Es sind immer die gleichen zehn Leute, die sich beschweren«, meint Drummer Patrick Grün und interessiert sich - wie auch der Rest der Band - nicht mehr die Bohne für ewige Nörgler, denen der Sound von CALIBAN zu kommerziell geworden ist. Dabei ist dieser Vorwurf sowieso ein Witz, denn kaum eine andere Metalcore-Combo geht dermaßen Thrash-lastig und knüppelhart zu Werke wie die Ruhrpottler. Das war auf dem formidablen 2004er Durchbruchsalbum „The Opposite From Within“ so, und das ist auch bei „The Undying Darkness“ nicht anders. Wobei: Auf Full-length-Eisen Nummer fünf hat man sogar noch mal eine Schippe draufgelegt und ballert sich u.a. mit ´Song About Killing´, ´No More 2nd Chances´ oder dem mit punktgenauen Gastvocals von Kreators Mille versehenen ´Moment Of Clarity´ fast um den Verstand. Die hitlastige Seite der Band - immer mit gekonnten Clean-Vocals von Gitarrist Denis Schmidt - wird dabei aber zu keiner Sekunde vernachlässigt: Bei ´I Rape Myself´, ´It´s Our Burden To Bleed´, ´My Fiction Beauty´, ´I Refuse To Keep On Living...´ oder dem während der Strophen extrem schnellen ´Nothing Is Forever´ kanalisiert man Frontmann Andy Dörners Weltschmerz in großen, ausufernden Refrains, die nicht aufgesetzt wirken, sondern stets den logischen Gegenpart zum wütenden Vorspiel setzen.
„The Undying Darkness“ ist nicht bloß ein sehr gutes Album, sondern das Reifezeugnis einer Band, die auch noch da sein wird, wenn kein Hahn mehr nach dem Trend „Metalcore“ schreit und sich die Spreu vom Weizen trennt. Kompliment dafür!
P.S.: Die oben stehende Zeitangabe ist ohne Berücksichtigung des formidablen Björk-Covers ´Army Of Me´. Zum Zeitpunkt des Reviews warten Band und Plattenfirma noch auf eine Verlagsfreigabe.


Boris Kaiser 8.5

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