ReviewAlbum des Monats

Band
THRICE 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #224 
Titel
Vheissu 
Erscheinungsjahr
2006 
Note
8.5 

(49:25)
Es wäre für THRICE sicherlich leicht gewesen, den auf „The Artist In The Ambulance“ eingeschlagenen Weg, der der Band aus Irvine/Kalifornien parallel zum Majorlabel-Einstand den erhofften kommerziellen Erfolg bescherte, beizubehalten. Dass das Quartett in dieser Situation dagegen das Wagnis einer weiteren Häutung eingegangen ist, qualifiziert die Band als Künstler im eigentlichen Sinne. Fans des Vorläufers werden sicherlich die durchgehend harte Schlagseite vermissen, aber hoffentlich nicht den Fehler begehen, „Vheissu“ allein deshalb abzuurteilen, sondern sich trotzdem auf dieses umso spannendere Klangabenteuer einlassen, das nur im ersten Moment ein wenig sperrig wirkt, aber schon kurz darauf ein enormes Hitpotenzial offenbart. Die Produktion klingt luftiger und vor allem deutlich weniger heavy (großen Anteil daran dürfte wohl auch Produzent Steve Osborne gehabt haben, der durch seine Arbeit mit U2 oder Peter Gabriel bekannt sein sollte), aber gerade diese Veränderung bietet THRICE die Möglichkeit, dem Hörer eine weitaus reichhaltigere Bandbreite an Emotionen und klanglichen Experimenten anzubieten. Wer die Band heuer immer noch plump in die Emo-Ecke steckt, hat den Anspruch des Quartetts eh nicht begriffen.
THRICE sind mit „Vheissu“ zu einer erwachsenen Band jenseits aller Genre-Konventionen gereift.


Mike Borrink 8.5

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