ReviewAlbum des Monats

Band
COMMUNIC 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #214 
Titel
Conspiracy In Mind 
Erscheinungsjahr
2005 
Note
10.0 

(57:42)
Es gibt Momente, die hätte man kaum noch für möglich gehalten, und eigentlich sollte man meinen, dass es nach 35 Jahren Heavy Metal nicht mehr machbar ist, diesem Genre eine der besten Platten aller Zeiten hinzuzufügen. Und dann taucht plötzlich ein norwegischer Newcomer auf, dessen Debüt - ja, die folgenden Worte sind gut überdacht - auf einer Stufe mit den hellsten Sternen der harten Musikgeschichte steht. „Conspiracy In Mind“ hat unglaublicherweise das Niveau von Alben wie „The Spectre Within“ und „Awaken The Guardian“ (Fates Warning), „Into The Mirror Black“ (Sanctuary), „Nightfall“ (Candlemass), „A Social Grace“ (Psychotic Waltz) oder „When Dream And Day Unite“ (Dream Theater) und treibt einem auch nach dem hundertsten Durchlauf (den mein Exemplar längst hinter sich hat) noch Tränen der Rührung und Ergriffenheit in die Augen.
Stilistisch zwischen Sanctuary/Nevermore, Progressive Metal und diversen moderneren, gerne auch düsteren Sounds angesiedelt, loten die sieben überlangen Songs des Albums alles Machbare aus und gehen aufgrund ihrer Melancholie, die zu keiner Sekunde selbstzweckhaft eingesetzt wird, tief unter die Haut. COMMUNIC erschaffen einen kleinen Klangkosmos, eine eigene Welt, in der man sich gerne verliert, heilen Wunden und liefern dem Hörer für 15 Euro das hellste Licht am Ende des Tunnels, das man in den letzten Jahren sehen konnte.
Dass Gitarrist und Sänger Oddleif Stensland, Basser Erik Mortensen sowie Drummer Tor Atle Andersen auf diesem von Producer Jacob Hansen perfekt in Szene gesetzten Album auch technisch über jeden Zweifel erhaben sind, versteht sich natürlich von selbst, und wer einmal Überwerke wie ´History Reversed´, ´They Feed On Our Fear´, ´The Distance´ oder ´Ocean Bed´ gehört hat, wird sie nie, nie wieder missen wollen.
Nennt es Power Metal, nennt es Progressive Metal, von mir aus auch Düster-Metal: Dieses Trio ist bereits mit seinem Debüt eine der wichtigsten Bands der Szene. Mehr gibt´s nicht zu sagen. Viel Spaß dabei.


Boris Kaiser 10.0

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