ReviewAlbum des Monats

Band
SOCIAL DISTORTION 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #210 
Titel
Sex, Love & Rock´n´Roll 
Note
9.5 

(41:28)
Ich weiß nicht, wie sehnsüchtig viele Leute weltweit auf dieses Album gewartet haben. Ich für meinen Teil habe die Scheibe aufgeregt wie ein Viertklässler in den CD-Schacht gezittert: erst eine kurze Rückkopplung - und danach SOCIAL DISTORTION in allerbeeindruckendster Form!
Schon der Opener ´Reach For The Sky´ zeigt sofort, dass Mike Ness das Songschreiben in den letzten acht Jahren auf keinen Fall verlernt hat. Der spürbar transparentere Sound lässt den klirrenden Gitarren wesentlich mehr Raum, und der Gesang hat sich im Vergleich zu den Vorgängeralben deutlich gesteigert. Neu ist allerdings der diskrete Orgeleinsatz. ´Highway 101´ klingt für SOCIAL DISTORTION-Verhältnisse überraschend eingängig und positiv, das nachfolgende ´Don´t Take Me For Granted´ (dem verstorbenen Dennis Danell gewidmet) vereinigt aber wieder alle Trademarks von Punkrock-Attitüde bis zu den Country-Einflüssen, die das Quartett bekannt gemacht haben. Direkte Ausfälle finden sich keine, und wem manche Songs beim ersten Hören zu optimistisch erscheinen, der wird gegen Ende der CD mit den sentimentalen ´Winners And Losers´ und ´Angel´s Wings´ belohnt, die durchaus die Höhepunkte in der kompletten Discografie der Kalifornier darstellen. Mike Ness schafft es mit seinen Punk´n´Country-Hymnen, selbst den gestandensten Rocker zu berühren, ihm den Spiegel vorzuhalten und unmissverständlich klarzumachen, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt.
Alles in allem eine überragende Scheibe einer legendären Band - nur das Bonus-Livestück der Europaversion, wohl als Vorgeschmack auf die kommende DVD gedacht, ist ziemlich überflüssig und kostet die Höchstpunktzahl.
„There´s saints and sinners, life´s a gamble and you might lose.“


Manfred Glamowski 9.5

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