ReviewAlbum des Monats

Band
SYSTEM OF A DOWN 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #218 
Titel
Mezmerize 
Erscheinungsjahr
2005 
Note
9.5 

(36:13)
Unfassbar! Schon nach dem ersten Hören kann man jeden Song mitsingen, mosht bis zum Hitzschlag um die Zimmerpalme und fingert mit zitternden Griffeln nach der Repeat-Taste. Vergesst alles, was ihr bislang von SYSTEM OF A DOWN kanntet, ahntet oder zu wissen glaubtet! Auf den bisherigen Alben hielten sich grandiose Hits und grandiose Nervattacken stets in etwa die Waage, doch mit diesem Fifty-fifty-Mix wird jetzt radikal gebrochen. „Mezmerize“ enthält ausschließlich Hits von ´Chop Suey!´-Format, makellose, zutiefst eigenständige und sofort zentimetertief unter die Haut gehende Ohrwürmer voller zauberhafter Melodien, perfekt ausbalancierter Laut/leise-Überfälle und von Rick Rubin grandios montierter Klang-Arrangements. Mit dem derben Humor von Frank Zappa und Tenacious D, der extremmetallischen Zügellosigkeit von Zimmers Hole und allem, was an SYSTEM OF A DOWN auch früher schon großartig war (ja, auch das Irrsinnige, Durchgeknallte ist noch da), grooven Daron Malakian und seine Zuarbeiter durch 36 völlig ausreichende, weil hyperintensive Minuten und zehn Lieder, die so revolutionär genial sind, dass das Herausheben eines Anspieltipps den übrigen neun Nummern schwerstens Unrecht täte.
Diskussion zwecklos: das beste Metal-Album der letzten Jahre!

Line-up
Serj Tankian (v./k.), Daron Malakian (g./v.), Shavo Odadjian (b.), John Dolmayan (d.)

Discografie
System Of A Down (1998)
Toxicity (2001)
Steal This Album! (2002)
Mezmerize (2005)

Das sagt die Band zu „Mezmerize“:
Daron Malakian: »Ich brauchte drei Jahre, um das Album auszuarbeiten, aber diese lange Zeitspanne war einfach nötig. Wir nehmen nie eine Platte auf, bevor wir hundertprozentig mit allen Songs zufrieden sind. Als wir die Tracks einprobten, bekam ich dann noch mal einen fetten Kreativitätsschub, und ein weiteres komplettes Album floss nur so aus mir heraus. Deshalb erscheint schon im Herbst mit „Hypnotize“ unsere nächste Scheibe. Und ich habe schon wieder Dutzende von Liedern für die übernächste CD fertig...«
Serj Tankian: »Wir mussten sogar einige großartige Songs zur Seite legen, weil sie bei beiden Scheiben nicht ins Konzept passten. „Mezmerize“ und „Hypnotize“ sind in sich schlüssig, hängen musikalisch und in puncto Artwork aber zusammen und bilden ein kompaktes Ganzes. Wir haben das Songmaterial vor allem deshalb aufgeteilt, weil wir den Hörer nicht mit zu vielen Eindrücken überschwemmen wollten. In den Songs passiert so viel, dass mehr als elf am Stück einfach zu viel gewesen wären. „Mezmerize“ klingt insgesamt etwas positiver, während „Hypnotize“ einen finsteren, gruseligen Unterton hat. Ansonsten ähneln sich beide CDs aber sehr.
Wir haben ganz bewusst darauf geachtet, dass wir uns nicht wiederholen und kein zweites „Toxicity“ abliefern. Die Songs sind zum Teil progressiver, zum Teil aber auch deutlich eingängiger. Außerdem singt Daron mehr Leadvocals, während ich verstärkt am Songwriting mitgearbeitet habe. SYSTEM OF A DOWN sind eine Band, die sich ständig weiterentwickeln will, wir hassen Stillstand. Zwischendurch diskutierten wir sogar mal darüber, „Mezmerize“ mit vertauschten Instrumenten einzuspielen.«


Michael Rensen 9.5

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