ReviewAlbum des Monats

Band
MACHINE HEAD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #199 
Titel
Through The Ashes Of Empires 
Erscheinungsjahr
2004 
Note
9.5 

(53:40)
Dieses Album hatte (fast) keiner auf der Rechnung. Seien wir mal ehrlich: MACHINE HEAD starteten vor Jahren äußerst fulminant, haben es aber im Laufe der Zeit geschafft, sich selbst zu demontieren. Zwar konnte man sich jedes weitere Album irgendwie „schönhören“; insgeheim sympathisierte man aber schon mit der Liga der MH-Hasser, die die „Burn My Eyes“-Folgewerke als Dartscheiben gebrauchten. Doch Schluss mit lustig. Herr Flynn hat die auferlegte Selbstkasteiung der letzten Jahre nicht nur weggesteckt. Nein, er ist währenddessen zu dem Robert Flynn gereift, der er schon immer sein wollte. Widersprüchlich und sensibel, aber dennoch dickköpfig und zu allem entschlossen.
„Through The Ashes Of Empires“ ist großes Metal-Kino, was nicht nur der epochale Albumtitel verdeutlicht. Musikalisch gleicht die Platte einem Husarenritt. Apathisch in Trance auf den Asphalt gekotzt, aber detailverliebt und vielschichtig wie nie zuvor. Die superb produzierte Scheibe besitzt genügend Transparenz, um jede Stimmung passend einzufangen. Von superharten Thrash/Groove-Monstern bis hin zu stillen, fast balladesken Akustik-Einsprengseln ist hier alles vertreten. Robert schreit, flucht, schimpft, keift, droht, leidet, schluchzt, flüstert und betet. Es hängt von jedem selbst ab, wie intensiv er sich auf MACHINE HEAD und Robert Flynn einlassen will. Wer ganz nah auf Tuchfühlung gehen sollte, muss sich in jedem Fall gut anschnallen, damit es ihn nicht gleich in der ersten Kurve aus der Bahn schleudert. Der Kontrast zwischen Musik und Lyrik wurde selten ergreifender und aufwühlender in Szene gesetzt. Was so fulminant mit ´Imperium´ startet und derart melancholisch und tragisch in ´Descend The Shades Of Night´ endet, verdient nur ein Prädikat: Weltklasse.


Volkmar Weber 9.5

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