ReviewAlbum des Monats

Band
STAIND 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #194 
Titel
14 Shades Of Grey 
Erscheinungsjahr
2003 
Note
8.5 

(62:32)
Zyniker, die bisher genüsslich darauf verwiesen haben, dass STAIND ihren Erfolg ausschließlich einer Reihe von Balladen und den dazugehörigen Schwarzweiß-Videos zu verdanken hätten, werden ihre Meinung revidieren müssen, denn „14 Shades Of Grey“ kommt einem musikalischen Befreiungsschlag gleich. Verbreitete das mit Platin-Auszeichnungen überhäufte Vorgänger-Album, „Break The Cycle“ noch eine düster-melancholische Atmosphäre, so hält diesmal ein gesunder Optimismus Einzug in die Songs, die zudem an musikalischer Klasse gewonnen haben. Schon die unerwartet knackige Single-Auskopplung ´Price To Play´ macht klar, dass sich das Quartett nicht länger auf die Rolle als „Balladen-Band“ festlegen läßt, sondern die bisherigen Trademarks locker-lässig variiert. Sicher, die typischen STAIND-Hymnen, die von der markanten Stimme Aaron Lewis´ dominiert werden, sind allgegenwärtig, aber es sind die experimentelleren Songs, die „14 Shades Of Grey“ zum echten Klasse-Album machen. Stücke wie das mit Rush-Einflüssen gespickte ´How About You´, die Alice-In-Chains-beeinflusste Layne-Staley-Hommage ´Layne´ oder das dramatische, mit Streicher-Passagen aufgepeppte ´Outro´ beweisen nachdrücklich, dass STAIND ihre Songwriting-Hausaufgaben gemacht haben und auf dem besten Weg sind, ihr Potenzial endgültig auszuschöpfen.
Erstmalig in ihrer Karriere ist es der Band gelungen, ihr traumwandlerisch sicheres Gespür für Melodien mit Langzeitwirkung mit dererlei kompositorischen Feinheiten zu kombinieren. Da ist es nur logisch, wenn „14 Shades of Grey“ folgerichtig zur „Platte des Monats“ in dieser Ausgabe gekürt wird.


Thomas Kupfer 8.5

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