ReviewAlbum des Monats

Band
THRESHOLD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #184 
Titel
Critical Mass 
Erscheinungsjahr
2002 
Note
9.0 

THRESHOLD waren wirklich nicht zu beneiden, als sie sich an die Arbeiten zu ihrem neuen Album machten. Denn einem außergewöhnlichen Götterwerk wie „Hypothetical“ einen ebenbürtigen Nachfolger zur Seite stellen zu wollen, ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Doch das britische Aushängeschild in Sachen Prog Metal hat Nerven bewiesen und dank des Festhaltens an der Maxime, sich musikalisch niemals plump wiederholen zu wollen, ganze Arbeit abgeliefert. Aber keine Sorge: Es geht hier weniger um die klangliche Neuerfindung einer Band, als vielmehr um effektive Feinjustierungen in Sachen Sound und Arrangements. THRESHOLD bleiben demnach auch im Jahre 2002 unverkennbar THRESHOLD - und damit auch ein Garant für erbarmungslos guten Prog Metal der monumentalen und riffbetonten Sorte.
„Critical Mass“ baut lückenlos auf dem gewaltigen Sound seines Vorgängers auf, klingt jedoch über weite Teile dichter, sperriger und schwermütiger. Der 1999 zur Band gestoßene Andrew MacDermott unterstreicht dabei einmal mehr, dass er der beste jemals bei den Briten in Lohn und Brot gestandene Sänger ist, und sorgt mit seiner warmen Stimme innerhalb der originär-unterkühlt wirkenden Soundberge für angenehme Kontraste. Wie auch schon die letzten drei Studioscheiben, ist „Critical Mass“ ein Album voller Emotionen und packender Epik geworden, das es zu entdecken gilt - wobei man in jedem Song dem Augenblick entgegenfiebern darf, in dem einen urplötzlich auftauchende melodiöse Aha-Erlebnisse überrollen. Hört euch nur mal das aus ´Phenomenon´, ´Choices´ und ´Falling Away´ bestehende Eingangs-Triple an!
Kurz und schmerzlos: „Critical Mass“ ist ein weiterer Klassiker aus dem Hause THRESHOLD - obwohl „Hypothetical“ dank der lebendigeren Songschreibe noch einen Zacken spritziger ausfiel.


Daniel Böhm 9.0

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