ReviewAlbum des Monats

Band
STAR ONE 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #180 
Titel
Space Metal 
Erscheinungsjahr
2002 
Note
8.5 

Auf Arjen Lucassen ist Verlass. Seine neue Science Fiction-Achterbahnfahrt ?Space Metal? erscheint zwar nicht unter dem bewährten Projektnamen Ayreon, klingt jedoch kaum anders als ?Into The Electric Castle? und die ?Universal Migrator?-CDs. Abgesehen davon, dass die ganz ruhigen Passagen fehlen und dafür zumeist fette Gitarren im Vordergrund stehen, bekommt der Fan gewohnte Kost serviert, deren hochwertige Zutaten dankenswerterweise nur selten von Schlemmer-Schlachtplatten der Vergangenheit gemopst sind. Mit dem untrüglichen Gespür für immer neue Ohrwurm-Melodien, das nur absoluten Sahne-Komponisten gegeben ist, inszeniert Zeremonienmeister Lucassen grandiose Heavy-Prog-Hymnen wie das rasante ´Set Your Controls´, das ein wenig an Led Zeppelins ´Kashmir´ erinnernde ´High Moon´, das treibende, von atemberaubenden Gitarren/Synthie-Soli gekrönte ´Master Of Darkness´, das von mächtigen Chören getragene Epos ´The Eye Of Ra´ oder das Spannungsbogen-Wunder ´Starchild´. Mit ´Sandrider´ und ´Perfect Survivor´ laufen zwar auch zwei schwächere Songs mit, doch der lupenreine Powerrock-Hit ´Intergalactic Space Crusaders´ und das geniale, mit ABBA(!)-Anleihen gewürzte ´Songs Of The Ocean´ lassen Rock-Gourmets den Sabber so dermaßen unkontrolliert aus den Mundwinkeln tropfen, dass die leichten Durchhänger unterm Strich kaum ins Gewicht fallen. Warme Analog-Synthies, sehr druckvoll produzierte Gitarren, furiose Soli von Jens Johansson (Stratovarius), Gary Wehrkamp (Shadow Gallery) und Erik Norlander (Lana Lane) sowie die großartigen Stimmen von Russell Allen (Symphony X), Dan Swanö (ex-Edge Of Sanity), Damian Wilson (ex-Threshold) und Floor Jansen (After Forever) kleiden die komplexen, aber nie zu verwinkelten Kompositionen in ständig wechselnde, trommelfellfreundliche Klanggewänder. Endgültig in den Adelsstand erhoben wird ?Space Metal? durch den festen Bucheinband der Limited Edition-Erstauflage, das dicke, mit phantastischem Artwork bestückte Booklet und die 41-minütige Bonus-CD, auf der u.a. zwei Studio-Outtakes, ein zehnminütiges Hawkwind-Medley (mit Hawkwind-Urgestein Dave Brock am Mikro) und das David Bowie-Cover ´Space Oddity´ auf den geneigten Fan warten.
Für Arjen-Freunde (und nicht nur die) mal wieder ein absoluter Pflichtkauf!


Michael Rensen 8.5

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