ReviewAlbum des Monats

Band
MY SISTER´S MACHINE 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #75 
Titel
Bring You Down 
Note
8.5 

Nachdem das Kinomassenpublikum "Singles" und die Bravo-Leserschaft "Grunge-Wear" entdeckt hat, sind Bands aus Seattle bei echten Rockern endgültig verpönt. Durchaus verständlich, denn wer möchte schon mit diesem trendy Kommerz-Image behaftet werden, nur weil er die "falschen" Bands hört. Heute schwört jeder zweite Headbanger, daß seine Tante in Brooklyn wohnt... Unter solchen Kindereien haben Bands wie MY SISTER'S MACHINE zu leiden, die absolut nichts dafür können, im Nordwesten der USA geboren zu sein und dort seit Ewigkeiten Musik zu machen. Schon ihr Debüt "Diva" war eines der besten Alben des letzten Jahres. Zwar kann man auch MY SISTER'S MACHINE einen gewaltigen "grungy" Touch nicht absprechen, aber die Band bringt diese Elemente so selbstsicher in ihren Metal-Sound ein, daß das Ganze wie aus einem Guß wirkt. Die Rhythmsection ist supertight, die Riffs und Soli sind wohldurchdacht, und Sänger Nick Pollack hängt gerne mal ein "Yeahyeah" an seine Schreie. Zudem besitzen MY SISTER'S MACHINE die Gabe, gute Hooklines oder Melodiebögen einzustreuen wie in dem wütenden 'Feed', 'This Is Fear', 'Enemy' oder 'Burn'. 'Mockingbird' setzt nach einem ruhigen Beginn hingegen auf eine Steigerung in bester Savatage-Tradition, während 'Empty Room' eine starke Halbballade darstellt. MY SISTER'S MACHINE verlieren sich nicht in Psychedelic-Zitaten, sondern setzen auf pure Power. So kompakt wie im Opener 'Inside Of Me' präsentieren sich nicht allzuviele Bands. Hartes Riff raus - und immer feste auf den Punkt. Solltet ihr mal antesten.


Holger Stratmann 8.5

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