ReviewAlbum des Monats

Band
W.A.S.P. 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #62 
Titel
The Crimson Idol 
Erscheinungsjahr
1992 
Note
9.5 

Endlich wieder mal traditionell orientierter Metal der Handelsklasse A. "The Crimson Idol", nach exakt drei Jahren Sendepause Blackie Lawless' neuester Gongschlag, gehört ohne jeden Zweifel zu jenen Scheiben, die man ruhigen Gewissens in die Ecke mit den Klassikeralben einsortieren kann: kein Zugriff also für den allzeit bereiten Second Hand-Dealer in Eurer Stadt. Sicherlich haben Blackie und seine an der Produktion des würdigen "Headless Children"-Nachfolgers beteiligten Kumpane das Rad der metallischen Geschichte nicht gerade neu erfunden. Nach wie vor klingen alle Nummern Zoll für Zoll nach der gewohnt straighten Lawless-Maßarbeit. W.A.S.P. pur. Aber der Mann mit der Schwingschleiferstimme, der seine Karriere mit Schweineblutsudeleien, diversen Bühnenpeinlichkeiten, seiner legendären Arsch-Frei-Buxe und einigen Gassenhauern anfänglich ebenso dubios wie gekonnt in Richtung Charts plus Kultstatus pushte, hat es geschafft, die urwüchsige, tighte Kraft seiner Musik zu konservieren und weiterzuentwickeln. Dadurch sind wieder einmal Songs entstanden, die dem bisherigen Output in keinster Weise hinterherhinken und sehr unverbraucht wirken. WA.S.P. strotzen trotz des Abgangs von Punchwundertier Frankie Banali, dem Kickass-Drummerman der "Headless Children", nur so vor präziser Power, Roughness, melodischer Fülle und epischer Breite, ohne dabei klischeehaft zu wirken - selbst wenn's mal softer zur Sache geht wie bei 'Hold On To My Heart', dem 'Forever Free'-Nachfolger, oder dem 7:45-Track 'The Idol'. Höhepunkt ist die fast zehnminütige, mit viel Bombast aufgepumpte Mega-Hymne 'The Great Misconception Of My Life'. Alles in allem ein rundes Album ohne Ausfälle. Nicht immer auf Weltklasse-Niveau, aber verdammt nah dran. (9,5)


Matthias Breusch 9.5

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