ReviewAlbum des Monats

Band
CHANNEL ZERO 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #60 
Titel
Channel Zero 
Erscheinungsjahr
1992 
Note
9.5 

Donnerwetter, ist das ein Brett! Was sich auf dem 1990 veröffentlichten Demo der belgischen Formation CHANNEL ZERO bereits andeutete, wird auf der Debüt-LP dieser Band bestätigt: CHANNEL ZERO sind DIE Hoffnungsträger in Sachen Thrash. Messerscharfe Riffs bekommt man hier gleich reihenweise um die Ohren geklatscht, die Songs sprudeln nur so vor Energie, der Gesamteindruck ist wild und roh, aber nicht chaotisch. Der Band ist es gelungen, die Power einer Thrash-Live-Show auf Vinyl zu bannen, was den zehn Songs auf dieser Scheibe den endgültigen, zündenden Kick gibt. Dabei setzen die Belgier auf Eingängigkeit und verzichten auf unnötige technische Spielereien, die man für die Gitarrensoli aufhebt. In einer erbarmungslosen Geschwindigkeit donnern CHANNEL ZERO durch Songs der Extraklasse wie etwa 'No Light (At The End Of The Tunnel)', 'Succeed Or Bleed' oder 'Painful Jokes', meiner Meinung nach der Höhepunkt der Platte. Musikalisch pendeln die Jungs irgendwo zwischen den Debüt-Scheiben von Exodus und Forbidden und dem zweiten Album-Release von Vio-Lence, und sie erreichen sehr wohl die Klasse der eben genannten Bands. Unbedingt erwähnenswert sind hier auch die sehr variablen Vocals und die einmal mehr perfekte, ungemein wuchtige Produktion von Uli Pösselt (u.a. Massacra), der sich in meinen Augen mehr und mehr zu einem absolutenKultproduzenten mausert. Er verpaßte den Songs, die ausnahmslos frontal auf die Zwölf gehen, den nötigen Feinschliff, ohne ihnen die Brutalität zu nehmen. Dazu kommt, daß sich auf dieser Scheibe kein einziger Ausfall befindet etwas, was man heutzutage nicht mehr hoch genug bewerten kann. Solche Bands müssen unterstützt werden! CHANNEL ZERO sind nicht schlechter als vergleichsweise Sepultura, also sind meiner Ansicht noch 9,5 Punkte nicht zu hoch gegriffen. Muß man haben!


Frank Albrecht 9.5

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