ReviewAlbum des Monats

Band
MOTÖRHEAD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #47 
Titel
1916 
Erscheinungsjahr
1991 
Note
9.5 

Die Platte des Monats - eindeutig! Was uns MOTÖRHEAD hier nach viel zu langer Sendepause vorlegen, ist ebenso mutig wie genial und wird die Fans reihenweise vor den Kopf stoßen! Tatsache Nummer eins: "1916" enthält gleich zwei Balladen, von denen eine (der Titelsong) sämtliche Metal- und erst recht MOTÖRHEAD-Klischees durchbricht. Könnt ihr euch Lemmy vorstellen, wenn er wie Frank Sinatra klingt und zum Streicher-Background eine wirklich ergreifende (Anti-)Kriegsgeschichte vorträgt?? Die zweite Ballade, 'Love Me Forever', ist ebenfalls ein echter Hammer geworden, geht vom Arrangement her aber in eine ganz andere Richtung (ruhige Strophe, harter Refrain, ruhige Strophe etc.). Tatsache Nummer zwei: "1916" ist ein waschechtes Rock'n'Roll-Album, das mit 'Angel City', 'Going To Brazil' oder 'I'm So Bad' gleich mehrere Nummern enthält, die zwar stark an die Klassiker der Fifties erinnern, aber dennoch die unverkennbare MOTÖRHEAD-Handschrift tragen. Tatsache Nummer drei: Mit 'Ramones' ist ein origineller Punk- Kracher vertreten, der natürlich als Würdigung der gleichnamigen Band zu verstehen ist. Klasse! Tatsache Nummer vier: "1916" ist das ehrlichste MOTÖRHEAD-Albumüberhaupt, weil Lemmy, Würzel, Philthy und Phil hier - OHNE KOMPROMISSE! - genau das gemacht haben, was sie schon immer machen wollten. Tatsache Nummer fünf: An "1916" kommt kein MOTÖRHEAD-Fan vorbei, denn natürlich gibt's auch massenweise Stoff der altbekannten Art ('Shut You Down', 'No Voices In The Sky', 'The One To Sing The Blues'). Fazit: neunkommafünf Punkte. KAUFEN!!!


Götz Kühnemund 9.5

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