ReviewAlbum des Monats

Band
ICED EARTH 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #56 
Titel
Night Of The Stormrider 
Erscheinungsjahr
1992 
Note
9.0 

Mit ihrem letztjährigen LP-Erstling gelang ICED EARTH aus Florida ein Start nach Maß, die Tatsache, daß sich das Album seit einem Jahr in den Rock Hard-Lesercharts hält, spricht da zweifellos für sich. Und mit "Night Of The Stormrider" legt die Band um Ausnahmegitarrist Jon Schaffer (der alle Songs im Alleingang komponiert hat) einen weiteren Hammer vor, der das Debüt noch überragt. Die auffälligste Verbesserung betrifft den Leadgesang, wie Insidern ja bekannt sein dürfte, wurde der alte Vocalist Gene Adam gegen den viel besseren John Greely ausgewechselt. Während Gene mit seinem rauhen Sprechgesang lediglich die Gitarren untermauerte, klingt Johns Stimme wesentlich dominanter und abwechslungsreicher. Stärker als sein Vorgänger ist auch der neue Drummer Richey Secchiari, der dem typischen ICED EARTH-Power Metal zusätzlichen Druck verpaßt. Und schließlich wäre da unter der Sparte Verbesserungen noch die Tatsache zu erwähnen, daß "Night Of The Stormrider" ein Konzeptalbum in der Art von Iron Maidens "Seventh Son" geworden ist, wobei hier sämtliche Songs ineinander übergehen. Ein zusammenhängendes Stück Musik also, das zu keinem Zeitpunkt langweilig wird, weil bewußt auf Abwechslungsreichtum geachtet wurde. Schnelle Passagen sind hier ebenso vertreten wie ruhige Zwischenteile oder Midtempoparts, und doch gibt es einen musikalischen Leitfaden, der sich durch die gesamte LP zieht. Geprägt werden die Songs (Highlights: die Ohrwürmer 'Desert Rain', 'Stormrider' und 'Travel In Stygian') nach wie vor von der überragenden Gitarrenarbeit, die mehr als einmal an Metallica oder Annihilator erinnert, aber durchaus eigene Akzente setzt. Wer auf brachialen Power Metal steht, kommt an dieser Neuner-Scheibe nicht vorbei!


Götz Kühnemund 9.0

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