ReviewAlbum des Monats

Band
WALTARI 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #82 
Titel
So Fine! 
Note
9.5 

"Gute Laune" soll Musik machen, sagt Kühnemund. "Das is Rock'n'Roll." "Und lebensbejahend!", fordert Breusch. Genau, Schluß mit dem Regenwettersound, let the sun shine!! Wenn man sich die neue Scheibe der Crossoverfetischisten WALTARI einfährt, könnte man meinen, die Plattentektonik hätte Helsinki über Kingston neben L.A. plaziert. Alleine der Uptempo-Opener 'The Beginning Song' versprüht das Flair des Frühlings. Bestechende Melodien (mit Zitaten aller Musikrichtungen zwischen Death Metal und Kinderreimen) und dynamische Instrumentierung bestimmen auch weiterhin den WALTARI-Sound. Da braten heftige Gitarrenläufe neben halbakustischen Einschüben wie in der druckvollen Powernummer '(Your) Nature Is Wild' oder dem groovigen 'To Give'. Mit der rasendenVersion von The Cures 'A Forest' rettet ihr jeden Gruftrocker vor Suizid-Tendenzen, während 'Rhythm Is A Cancer' die Napalm Death-Fraktion anspricht. 'Drunken Sword' läßt ein paar funkige Grooves erkennen, mit '4 S' kommt der Rock'n'Roll ganz schmalztoll. Und bei 'Piggy In The Middle' (wer war eigentlich genau 'Piggy'?) betreiben die Burschen Slapstickmusic pur. 'Misty Man' gibt's demnächst bei WDR II nach den Verkehrsnachrichten. Klasse! Was wollt ihr mehr? Endlich mal eine Band, die frei von der Leber spielt und allen Traditionalisten den Stinkefinger zeigt. Jede Nummer wie aus einem Guß. Ein paar Bläser neben Doublebassdrums wie in 'Autumn' lassen sich WALTARI auch nicht entgehen, und 'So Fine' besticht mit lappländischem Ethnogesang und Techno-Rhythmen, ehe Gitarren und Schlagzeug für das übliche Metal-Gewitter sorgen. Fazit: 14 fröhliche Songs, von denen sich zehn garantiert NICHT ähneln.


Holger Stratmann 9.5

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