ReviewAlbum des Monats

Band
MACHINE HEAD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #87 
Titel
Burn My Eyes 
Erscheinungsjahr
1994 
Note
10.0 

Auferstanden aus den Ruinen von Vio-Lence ist Gitarrero Robb Flynn, der hier mit seiner neuen Truppe MACHINE HEAD erstmals CD-technisch am Start ist. Und wie!!! 'Burn My Eyes' ist das Album, auf das die Thrash-Gemeinde viel zu lange warten mußte. Denn 'Burn My Eyes' setzt neue Maßstäbe. Es gab in den letzten Jahren keine Platte, die auch nur annähernd die Intensität dieses Meisterwerks erreicht - da können selbst Exhorder nicht mithalten. Und das schreibt jemand, für den Exhorder die erklärten Götter waren. Doch was ist nun so besonderes an diesem Edelstein? Es ist in erster Linie die Armada an mörderischen Riffs, die den Begriff 'Brutalität' neu definiert. Und es ist die Art und Weise, wie MACHINE HEAD diese Riffs zusammenfügen und aus ihnen Songs formen, die wie ein ordentlicher Tritt in die Eingeweide wirken. Obwohl man ab und zu deutlich die alte Bay Area-Schule vernehmen kann, hören sich die elf Kompositionen doch frisch, aufregend und modern an, weil diese Band einen absolut eigenständigen Stil hat, lediglich bei 'Blood For Blood' schimmern leichte Slayer-Einflüsse durch. Ansonsten klingt diese Scheibe aber so, als wenn man wirklich nichts dem Zufall überlassen hätte. Jedes kleinste Detail passt haargenau, die Songs grooven heftigst, um stellenweise - wie etwa bei 'A Nation On Fire' oder bei 'None But My Own' - in Hyperspeed-Wutausbrüchen zu münden. Am tödlichsten sind MACHINE HEAD aber immer dann, wenn sie das Tempo drosseln und die Songs dadurch noch an Wut dazugewinnen - 'The Rage To Overcome' und 'Death Church' sind hierfür die Paradebeispiele. Und schlussendlich haben MACHINE HEAD auch nicht vergessen, trotz aller Vehemenz ihre Songs mit einigen feinen Melodien zu spicken und nicht nur die rohe Riff-Power für sich allein stehen zu lassen. Man soll ja mit solchen Vergleichen vorsichtig sein, aber ich bin sicher, daß man 'Burn My Eyes' schon sehr bald in einem Atemzug mit Klassikern wie 'Reign In Blood' oder 'Bonded By Blood' nennen wird, auch wenn man diese Scheibchen eigentlich nicht miteinander vergleichen kann. Aber was erzähl' ich hier eigentlich? Am besten ist es, wenn ihr gleich in den nächsten Record-Shop lauft und euch dieses Masterpiece vorspielen laßt. Ich könnte wetten, daß die meisten von euch danach sicherlich den Geldbeutel zücken und diese Investition hinterher nicht bereuen werden.


Frank Albrecht 10.0

AMAZONEMPFEHLUNG