ReviewAlbum des Monats

Band
SAXON 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #121 
Titel
Unleash The Beast 
Erscheinungsjahr
1997 
Note
9.0 

Daß SAXON nicht totzukriegen sind, haben inzwischen auch ihre "Gegner" begriffen. Daß sie aber 1997 noch in der Lage sind, ein echtes Highlight ihrer Karriere abzuliefern, hätten ihnen auch Sympathisanten nicht ohne weiteres zugetraut. Sicher, die letzten SAXON-Scheiben (allen voran "Solid Ball Of Rock") waren nicht von schlechten Eltern - aber seien wir ehrlich: Dem Vergleich mit Klassikern wie "Strong Arm Of The Law", "Wheels Of Steel" oder "Denim And Leather" konnten sie nicht mehr standhalten."Unleash The Beast" dagegen klingt, als hätten sich Biff und seine Mannschaft noch mal richtig ins Sitzfleisch getreten, um der Welt zu zeigen, daß sie noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte sind. Ausschlaggebend für den neuen Energieschub war sicher auch die Trennung von Gitarrist Graham Oliver, die bekanntlich einigen Ärger nach sich zog und auf "Unleash The Beast" (wenn ich die Songtexte richtig deute) in den beiden Nummern 'Cut Out The Disease' und 'Absent Friends' (Grahams Gitarrenroadie gewidmet?) verarbeitet wurde.Ansonsten dominiert SAXON-typischer, melodischer und stellenweise überraschend harter Metal, der technisch wie kompositorisch ohne Ausnahme überzeugt. Mit den Stampfern 'The Thin Red Line' (Killer!) und 'Terminal Velocity', dem flotten Opener 'Unleash The Beast', dem eingängigen (früher hätte man "kommerziell" gesagt...) 'Ministry Of Fools' und der Hymne 'The Preacher' haben SAXON fünf todsichere Hits am Start - neben allerlei gut- bis erstklassigem Material, wohlgemerkt.Dem musikalischen Eindruck paßt sich auch die Verpackung an: Das Cover ziert ein nettes, geiferndes Metal-Monster, das zum Sprung ansetzt. Und wen wird die Bestie fressen? Klarer Fall: die Klugscheißer-Fraktion!


Götz Kühnemund 9.0

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