ReviewAlbum des Monats

Band
NIGHTWISH 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #157 
Titel
Wishmaster 
Erscheinungsjahr
2000 
Note
9.0 

Puh, da isser endlich, der langerwartete Nachschlag zum letztjährigen Überflieger "Oceanborn", mit dem sich die Finnen nach ihrem respektablen, in der Masse der Veröffentlichungen leider untergegangenen Erstling "Angels Fall First" quasi aus dem Nichts an die Spitze katapultieren konnten. Da noch eins draufzusetzen ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit, was jeder, der die akustische Göttergabe im Schrank stehen hat, bestätigen wird. Umso gespannter durfte man sein, wie NIGHTWISH der recht unangenehmen Herausforderung, einen wenigstens gleichwertigen Nachfolger auf die Reihe zu kriegen, begegnen würden. Gottlob hat sich das Quintett dafür entschieden, das Ganze relaxt anzugehen, die eigenen Stärken auszuloten, noch etwas mehr in die Tiefe zu gehen und sein markantestes Stilmittel, die göttliche Stimme von Tarja, weiter in den Vordergrund zu rücken. Die im Gegensatz zum wild und ungestüm inszenierten Vorgänger auf das Nötigste reduzierte Instrumentierung gibt Madame viel Gelegenheit, souverän aufzutrumpfen, was ihr vor allem bei den kraftvoll intonierten 'The Kinslayer' und 'Wanderlust', dem flotten 'Crownless', dem ohrwurmigen Titelstück oder der traumhaft schön arrangierten Ballade 'Two For Tragedy' hervorragend gelingt. Beim abschließenden Trio Infernale - bestehend aus dem hypnotischen 'Deep Silent Complete', der überwältigenden Gänsehautnummer 'Dead Boy's Poem' und dem neunminütigen Opus 'FantasMic' - gibt man sich phasenweise ungewohnt experimentell und zeigt eindrucksvoll auf, dass man in kreativer Hinsicht sein Pulver noch lange nicht verschossen hat. "Wishmaster" ist somit genau der Nachfolger geworden, den man sich erhoffen durfte. Die Kurve zeigt auch weiterhin ganz steil nach oben. Der Himmel ist die Grenze! Kaufen!


Wolfgang Schäfer 9.0

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