ReviewAlbum des Monats

Band
ARMORED SAINT 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #154 
Titel
Revelation 
Erscheinungsjahr
2000 
Note
9.0 

Wie nett! Ich betrachte es einfach mal als Ehre, daß mir das Comeback-Scheibchen von "L.A.?s most headbanging band? kampflos von den Herren Kühnemund und Kupfer zur Besprechung überlassen wurde. Vielleicht wurde ja auch mein Status als Soundcheck-Ältester zur Abwechslung mal berücksichtigt? In dem Alter kann schließlich jede Rezi die letzte sein. Und man will ja auch mit Würde abtreten. Nix Genaues weiß man nicht. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß die Burschen diesem famosen Rundling nix abgewinnen können. Allein die fette Produktion ist erste Sahne und zweifellos die bislang beste, die den gepanzerten Heiligen aufs Kettenhemd geschraubt wurde. Wuchtige Drums und sägende Gitarren veredeln Songs wie den aus Funk und Fernsehen (oder war?s 'ne alte Compilation-CD?) bekannten Gassenhauer "Creepy Feelings", den saucoolen Rocker "Pay Dirt", das speedig angehauchte und seinem Titel alle Ehre machende "Tension", das relaxt treibende "Control Issues", das mit einer wunderbaren Seventies-Einlage ausgestattete Kraftpaket "Damaged", das im Mittelteil mit einem superben Solo (Diamond Head zum Gruße!) glänzende "After Me, The Flood" oder den Schädelspalter "What?s Your Pleasure?" - und über allem thronen die nach wie vor genialen Vocals von John Bush. Auffallend auch, daß die Arrangements weit weniger metallisch als üblich ausgefallen sind, dafür aber einen fetten Rock?n?Roll-Einschlag aufweisen, der sich primär in fetten Grooves und sporadisch eingestreuten Jams offenbart. Mal was Neues. So machen Reunions Sinn. Obwohl "Revelation" (natürlich) nicht ganz an den Überhammer "Delirious Nomad" (wie auch?) oder die 'Hit-Compilation' "Symbol Of Salvation" heranreicht, gibt?s genug zwingende akustische Argumente, die euch dazu bewegen dürften, die vom Rost zersetzte Rüstung aus dem Schrank zu holen und in angemessener Montur und mit erhobenem Schwert den Plattenladen zu stürmen, um die Jungs auf ihrem Kreuzzug ins neue Jahrtausend zu begleiten. All hail to thee!


Wolfgang Schäfer 9.0

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