ReviewAlbum des Monats

Band
JACOBS DREAM 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #153 
Titel
Jacobs Dream 
Erscheinungsjahr
2000 
Note
10.0 

Wie muß die perfekte Metal-Scheibe klingen? Nun, jeder hat da so seine Vorstellungen. Für meinen Geschmack gehören dazu neben einer gesunden Mischung aus Härte, Melodie und technischem Können vor allem Songs, die unter die Haut und ins Ohr gehen und von einem kraftvollen und emotional tätigen Shouter vorgetragen werden, der im Bedarfsfall auch mal in höheren Regionen herumwildern und für zwiespältige Reaktionen sorgen darf. Besser is das! Ach ja, wuchtige Drums, geile Riffs und ebensolche Soli sind auch nicht verkehrt. Das Ganze dann noch veredelt von einer ruppigen, authentisch und nicht allzu clean klingenden Produktion - et voila: Da wären wir. Ich kann's auch kurz machen (danke! - Red.) und euch einfach den ersten richtigen Longplayer (wenn man die '98er Demo-CD mal außen vor läßt) der einstigen "Unerhört"-Vertreter JACOBS DREAM ans Herz legen. Die Scheibe überzeugt mit melodischen Power Metal-Epen wie 'Kinescope' (remember Exxplorer?), 'Funambulism' (achtet auf die zweistimmigen Soli am Ende, 'Into The Everflow' läßt grüßen!) und 'Scapegoat', der vom gänsehauterzeugenden 'Mad House Of Cain' (singt da etwa Geddy Lee?) eingeleiteten, superben Halbballade 'Tale Of Fears' (Killerrefrain!), dem treibenden 'Crusade' (ohne Worte!), dem phänomenalen Instrumental 'Black Watch' (Metal Churchs 'Merciless Onslaught' meets Maidens 'Transylvania'), der Hymne 'The Gathering' oder dem fetzigen 'Violent Truth'. Ein Album, das alle oben genannten Tugenden aufbietet und damit meiner Idealvorstellung sehr nahe kommt. Verdammt nahe sogar! Nach rund 20 Durchläufen bleibt mir nix anderes übrig, als dieses silberne Geschoß auf eine Stufe mit Psychotic Waltz' "A Social Grace", Exxplorers "Symphonies Of Steel", Helstars "Burning Star", Fates Warnings "Awaken The Guardian", Lethals "Programmed", Queensryches "The Warning" und den ersten beiden Alben von Crimson Glory zu stellen. Spurenelemente all dieser großartigen Meisterwerke finden sich hier wieder, weshalb "Jacobs Dream" das beste, ehrlichste und packendste Metal-Album seit dem famosen Hammerfall-Debüt ist. Und während ich diese Zeilen eintippe, gibt die Band im Hintergrund zum 21. Mal ihr 'Tale Of Fears' zum besten. Nur mit Mühe kann ich meine Tränen zurückhalten, verzweifelt ringe ich nach Luft und Fassung - es ist einfach zu schön, um wahr zu sein! Ist am Ende etwa alles nur ein Traum? Die Antwort liegt nicht irgendwo da draußen, sondern im Record Shop um die Ecke. Abgreifen!


Wolfgang Schäfer 10.0

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