ReviewAlbum des Monats

Band
LOCK UP 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #151 
Titel
Pleasures Pave Sewers 
Note
8.0 

Die Gerüchte waberten hartnäckig durch die Szene: Terrorizer machen 'ne neue Scheibe! Die Death/Thrash-Legende um Jesse Pintado (mittlerweile hauptamtlicher Napalm Death-Klampfer) hatte seinerzeit mit "World Downfall" einen phantastischen Longplayer eingehämmert, der heute noch Seite an Seite steht mit Klassikern wie "Reign In Blood", "Seven Churches", "Altars Of Madness" oder "Darkness Descends". Angeblich hatte Jesse die Idee, dem Namen Terrorizer neues Leben einzuhauchen und mit ein paar Kumpels den niemals erschienenen Nachfolger der Götterscheibe aufzunehmen. Nun, daraus wurde vorerst nichts. Stattdessen darf sich die in den letzten Monaten von Cannibal Corpse und Defleshed ohnehin schon verwöhnte Härtnergemeinde über LOCK UP freuen. Jesse gewann Shane Embury (Napalm Death/Meathook Seed, b.), "Mr. Death Metal" Peter Tägtgren (Hypocrisy, v.) und Dimmu Borgir-Drum Machine Nick Barker für seine Zwecke. "World Downfall" können (und wollen?) LOCK UP natürlich nicht toppen, aber ein verdammt starkes Death/Thrash/Grind-Machwerk haben sie sich trotzdem rausgequetscht. Die zwölf Songs auf "Pleasure Paves Sewers" ballern gewaltig aus den Boxen. Dieses in Lichtgeschwindigkeit eingespielte Album nutzt die wuchtigen und variantenreichen Grooves und Powerdrums von Nick Barker als Grundgerüst für die sowohl an Napalm Death wie auch an Terrorizer und Hypocrisy erinnernden Riffgewitter von Jesse Pintado. Dazu kommt gewohnt fieses Geröchel und Gebrülle von Tägtgren, der sich die Seele aus dem Leib kotzt. Embury macht das Ganze tight. Im direkten Vergleich zu den oben erwähnten Extrem-Metal-Kunstwerken ziehen LOCK UP zwar den kürzeren, denn richtige Hits kommen hier zu kurz - aber trotzdem haben sie eine Scheibe abgeliefert, die allen Genrefreunden Spaß macht und Doublebass-Fetischisten die Freudentränen in die Augen schießen läßt.


Carsten Kleine 8.0

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