ReviewAlbum des Monats

Band
MACHINE HEAD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #147 
Titel
The Burning Red 
Erscheinungsjahr
1999 
Note
9.0 

Selten wurde im Vorfeld einer Platten-Veröffentlichung dermaßen spekuliert. Ist Produzent Ross Robinson der richtige Mann für MACHINE HEAD? Hat die Band ihre Härte verloren und experimentiert mit neuen Sounds? Wie hat sich der neue Gitarrist Ahrue Luster in die Band integriert? "The Burning Red" hat die Antworten auf all diese Fragen parat und zwar in äußerst beeindruckender Form: MACHINE HEAD klingen immer noch nach MACHINE HEAD, das Album enthält Killer-Riffs en masse, und Ross Robinson, der bisher vornehmlich für seine Arbeit mit Bands wie Coal Chamber oder Korn bekannt war, hat dem Bay Area-Vierer einen druckvollen und extrem transparenten Sound verpaßt. Robb Flynn und Co. haben aber nicht nur von ihrem Porduzenten, sondern auch vom Logan Mader-Nachfolger Ahrue Luster profitiert. Anscheinend war er die Frischzellenkur, die die Band dringend benötigte, denn nicht wenige Leute kritisierten an der letzten MACHINE HEAD-Scheibe das eindimensionale Songmaterial. Kompositorisch hat die Band jedenfalls einen enormen Schritt nach vorne getan, was der überlange Titelsong oder das gelungene Police-Cover 'Message In A Bottle' beweisen. Dermaßen differenziert hat die Band noch nie geklungen, was auch daran liegt, daß Robb Flynns Gesang bei manchen Passagen ungewohnt melodiös ausgefallen ist. Weiterentwicklung statt Stagnation ist das Motto, das MACHINE HEAD in die Tat umgesetzt haben. Allerdings ohne ihre alten Fans zu verprellen, denn der fette Groove und die typischen Riffs, die seit jeher den Sound der Band dominieren, sind nach wie vor vorhanden. Zwar nicht mehr ganz so vordergründig wie auf den ersten beiden Alben, aber nach einigen Durchläufen zünden die komplexen Songs auf "The Burning Red" mächtig. Für mich gibt's absolut keinen Grund, sich diese Scheibe nicht in die heimische Sammlung zu stellen. Super!


Thomas Kupfer 9.0

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