ReviewAlbum des Monats

Band
TESTAMENT 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #146 
Titel
The Gathering 
Erscheinungsjahr
1999 
Note
9.0 

Kollege Schleutermann hat euch ja bereits im letzten Heft mit seinem Studioreport den Mund wässrig gemacht, nun liegt also das neue TESTAMENT-Album in seiner vollen Pracht auf dem Tisch bzw. rotiert im CD-Player, und man darf mit Fug und Recht behaupten, daß Schleuti uns nicht zuviel versprochen hat. TESTAMENT knallen uns mit ihrem achten Studio-Album "The Gathering" mal wieder ein richtiges Brett vor den Latz. Alleine der begnadete Opener 'D.N.R.', das ultraschnelle 'Legions Of The Dead' oder der mörderische Nackenbrecher 'Fall Of Sipledome' versetzen den Rezensenten in Verzückung und lassen ihn lauthals "Old schoooool!" durch die Redaktionshallen brüllen. Man fühlt sich doch glatt wieder an die Zeiten erinnert, in denen manche Metal-Bands besser als deine Freundin aussahen und du gegen diese Strömung ein Zeichen setzen mußtest, indem du dich dem Thrash-Movement angeschlossen hast. Und wie sich der Kreis doch schließt: Auch heute bist du irgendwie wieder Underground, wenn du dich als Thrasher outest, da diese Stilrichtung doch ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Bands wie TESTAMENT halten dennoch tapfer die Fahne hoch und zeigen dem Nachwuchs, was wirklich heavy ist, machen andererseits aber nicht den Fehler, ausschließlich auf der Nostalgie-Welle zu reiten. Nein, die Jungs aus der einst legendären Bay Area tüfteln ständig an ihrem Sound, orientieren sich jedoch nicht am Zeitgeist, sondern kommen auf einmal mit einer völlig abgepfiffenen Nummer wie 'Sewn Shut Eyes' (definitiv keine leichtverdauliche Kost) oder einem melodischen Ohrwurm wie 'True Believer' daher. Ist ja auch logisch, denn solch erfahrene Musiker wie die Boys von TESTAMENT sind zu gut, um sich selbst zu limitieren, andererseits aber clever genug, um die Bedürfnisse der Fans zu befriedigen. Kein Wunder also, daß Chuck Billy bei zwei Dritteln der Songs wieder zu seinem alten Gesangsstil zurückgekehrt ist, einige Nummern aber konsequenterweise growlt. Und nachdem sie auf dem letzten Album "Demonic" Gene Hoglan an die Drums setzten, blieb ihnen fast keine andere Wahl, als diesmal Dave Lombardo zu rekrutieren, um den hohen Standard beizubehalten. Ein rundum gelungenes Thrash-Paket ist es also geworden, dieses Langeisen. Kaufen!


Frank Albrecht 9.0

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