ReviewAlbum des Monats

Band
ANNIHILATOR 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #145 
Titel
Criteria For A Black Widow 
Erscheinungsjahr
1999 
Note
9.5 

Ah, yes! Diesen Monat zeigt sich der Metal von seiner besten Seite, was ein Blick in den extrem hochkarätig besetzten Soundcheck beweist. S.O.D. marschieren wieder, Sodom besinnen sich nach den punkigen letzten Alben auf thrashige Sounds Marke Slayer & Co., Mercyful Fate klingen metallischer und frischer denn je, W.A.S.P. rocken sich trendfrei den Arsch ab, und ANNIHILATOR melden sich im Original-Line-up lautstark in der Szene zurück. Im Gepäck haben sie ein amtliches Geschoß, das die ungestüme, rohe Power von "Alice In Hell" mit den ausgefeilten Arrangements des Nachfolgers "Never, Neverland" kreuzt und den hochgesteckten Erwartungen vollauf gerecht wird. Los geht's mit der Speed-Granate 'Bloodbath', bei der Gitarrenhexer Jeff Waters heftigst vom Leder zieht und Frontsau Randy Rampage alles in Grund und Boden shoutet. Es folgen das nicht minder brachiale 'The Fun Palace'-Sequel 'Back To The Palace' und der von einem mächtigen Refrain getragene Stampfer 'Punctured', der aufzeigt, wie Metallica anno '99 klingen könnten, wenn sie etwas mehr Feuer unterm Hintern hätten. Weitere Highlights sind der anfangs noch recht ungewöhnlich klingende Titelsong, das famose Instrumental 'Schitzo', der Fetzer 'Nothing Left', das treibende 'Double Dare' und der von einem Exodus-mäßigen Killerriff veredelte Speed-Orkan 'Sonic' ('Human Insecticide', Part 2!!!), die allesamt null Wünsche offen lassen und exakt das aufbieten, was man von den Jungs erwarten durfte. Wer die Band nach dem kreativen Durchhänger "Refresh The Demon" und dem gutklassigen, aber stilistisch verworrenen "Remains"-Opus bereits abgeschrieben hatte, muß umdenken, denn mit diesem Überhammer, der alle Kriterien einer geilen Metal-Scheibe erfüllt und knapp hinter dem legendären Debüt ins Ziel einläuft, ist ANNIHILATOR der erneute Sprung an die Spitze zuzutrauen. Welcome back to hell, Alice!


Wolfgang Schäfer 9.5

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