ReviewAlbum des Monats

Band
DEVIN TOWNSEND 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #130 
Titel
Ocean Machine - Biomech 
Note
9.0 

Selten hat ein Projektname so gut zur Platte gepaßt wie im Falle von OCEAN MACHINE, der langerwarteten ersten Soloscheibe von Strapping Young Lad-Adrenalin-Junkie Devin Townsend. "Biomech" klingt wie die akustische Inkarnation einer gigantischen futuristischen Maschine, wie eine chromblitzende Symbiose aus erhabenen, übermächtigen Naturgewalten und der nervösen Perfektion furchterregender Science Fiction-Apparaturen, wie das Gefühl, im Jahre 2060 nachts auf dem höchsten Wolkenkratzer New Yorks zu stehen und mit einer erstklassigen Gitarre und 10.000 Marshall-Türmen einen Mega-Blast nach dem anderen in den sternenklaren Nachthimmel zu pusten. Oder anders ausgedrückt: "Biomech" klingt so, als ob man sich William Gibsons Cyberpunk-Novellen in Slo-Motion durchläse. Nicht zu fassen, daß Tausendsassa Townsend beim Komponieren dieses endzeitlichen Gänsehaut-Albums gerade mal 19 Jahre alt war. Die Songs sind im Gegensatz zu den SYL-Langeisen fast alle in straightem bis sphärischem Midtempo gehalten, strahlen aber eine ebenso intensive, beklemmend-schöne Atmosphäre aus. Fast schon maschinell-kühle Industrial-Riffs verbünden sich mit bombastischen Sci-Fi-Keyboardorkanen und einem beinharten Groove, der immer genug Platz läßt für Devins phantastische, enorm abwechslungsreiche Wahnsinns-Vocals. Dieser schmächtige Wunderknabe ist nicht nur einer der visionärsten Komponisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts, sondern mit ziemlicher Sicherheit auch der stimmlich versierteste Metal-Shouter dieses Jahrzehnts. Kein Wunder, daß Judas Priest ihn unbedingt als Halford-Nachfolger haben wollten. Wer Hypertracks wie 'Seventh Wave', 'Regulator', 'Bastard' oder die Auflockerer 'Life' und 'Thing Beyond Things' (düstere Popsongs mit Depeche Mode/A-ha-Einschlag) gehört hat, wird aber auch verstehen, warum Townsend lieber auf seine eigenen Songs vertraut.


Michael Rensen 9.0

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