ReviewAlbum des Monats

Band
THRESHOLD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #118 
Titel
Extinct Instinct 
Erscheinungsjahr
1997 
Note
9.0 

THRESHOLDs letztes Album "Psychedelicatessen" war ein absolutes Masterpiece, das leider von der Öffentlichkeit ziemlich ignoriert wurde. Klassisches Beispiel: Der Videoclip zu ihrem Stück 'Innocent' wurde bei "Metalla" nicht gespielt, weil die Verantwortlichen der Meinung waren, das Stück sei zu soft und gehöre ins Viva-Tagesprogramm. Den Verantwortlichen für die Tagesberieselung war's wiederum zu heavy, und so schickte man das Ding erneut zurück. Ergebnis: Der Clip wurde überhaupt nicht gesendet. Glücklicherweise konnten sich THRESHOLD durch ihre Live-Präsenz (man tourte u.a. mit Dream Theater und Psychotic Waltz) eine treue Fangemeinde erspielen, und spätestens jetzt wird auch der Rest der Welt nicht mehr an der Band vorbeikommen, denn mit "Extinct Instinct" setzen die Briten ein dickes Ausrufezeichen. Progressive-Freaks werden das Scheibchen sowieso blind kaufen, Leute, denen Prog-Sounds in der Regel zu lasch klingen, werden "Extinct Instinct" aber genauso lieben, denn THRESHOLD lassen die Gitarren wieder ordentlich braten. Außerdem verlieren sie sich nicht in endlosen Break-Orgien, sondern arbeiten songdienlich, ohne daß dabei das spielerische Moment in den Hintergrund rückt. Der Song ist der Star, nicht der Solist. Ein weiterer Pluspunkt ist sicherlich, daß THRESHOLD zu keinem Zeitpunkt so angestaubt klingen wie andere Bands aus diesem Metier, die sich ausschließlich an den Siebzigern zu orientieren scheinen. Nein, THRESHOLD sind eine moderne Band, die zudem mit dem zurückgekehrten Damian Wilson einen eigenständigen Sänger in ihren Reihen hat, der es versteht, wunderschöne Gesangslinien zu schreiben. Kein Wunder, daß er um ein Haar den Job bei Maiden bekommen hätte, auch wenn seine Stimmlage sicher nicht jedermanns Sache ist. Fazit: THRESHOLD schlagen die perfekte Brücke zwischen Power- und Progressive Metal, sind großartige Songwriter und haben mit "Extinct Instinct" ein schön fett produziertes Album am Start, das sich dicke neun Punkte verdient hat.


Frank Albrecht 9.0

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