ReviewAlbum des Monats

Band
GURD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #116 
Titel
D-fect 
Note
8.5 

So uneingeschränkt ernstnehmen konnte ich die Vorgängeralben von GURD nicht. Dieses "Hoppla, jetzt laßt uns freudig hüpfen"-Konzept paßt gigtechnisch zwar wie die Faust aufs Auge und verhalf den Schweizern auch immer zum Prädikat "Klasse Konzert". Aber via CD erschien mir das Rezept als etwas zu mager. Erstens, weil es bekanntlich etliche andere Bands gibt, deren Hüpfmodul glänzend eingestellt ist, und zweitens, weil Veröffentlichungen gerade in diesem Sektor eh' nicht besonders langlebig sind. Von dieser Warte aus hat mich "D-fect" überrascht und erfreut. Natürlich pfeifen uns V.O. und seine Mannen erneut jede Menge "Jump! Jump!" um die Löffel. Gleichzeitig aber bekommen wir erstklassigen, modernen Thrash geboten, mit satten Riffs, mit vielschichtigem Drive und mit einer anständigen Portion Bitterkeit. Das easy listening der frühen GURD-Tage ist also vorbei, und das ist auch gut so. Die Eidgenossen haben jetzt bewiesen, daß sie ernstzunehmende Songs schreiben können, die langlebig sind. Und V.O., der Meister der inhalierbaren Spätsommerernte, entpuppt sich als vorzüglicher Shouter, der zeitweise eher wie ein wütender Ami-Thrasher als wie ein Alpenländler klingt. Sehr, sehr schön.


Wolf-Rüdiger Mühlmann 8.5

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