ReviewAlbum des Monats

Band
SKUNK ANANSIE 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #114 
Titel
Stoosh 
Note
9.5 

Der Nachfolger von "Paranoid & Sunburnt" ist der Durchbruch! Bei dieser Platte werden Gefühle wach, die aufkamen, als ich "Ten" von Pearl Jam, "Nevermind" von Nirvana und "The Real Thing" von Faith No More zum ersten Mal gehört habe. Einziges Manko der SKUNK ANANSIE-Scheibe: Der Zeitgeist fehlt. War es bei den genannten Beispielen die Agonie der "Lost Generation", wählen SKUNK ANANSIE auf "Stoosh" Liebe, Sex und den daraus resultierenden Frust als Themen. Das Leben an sich ist für sie politisch, satirisch und verzwickt. Die meisten der elf Titel sind im angenehmen, dynamischen Midtempo gehalten, und jeder geht als potentieller Hits durch. An dieser Stelle seien nur mal drei Beispiele genannt: 'All I Want', 'Brazen' und 'Infidelity'. Am Ende versteckt sich mit 'Glorious Popsong' gar ein Britpop-angehauchtes Schmankerl. Und gerade einmal zwei Songs erinnern an das wesentlich aggressivere Debüt. "Stoosh" zeigt eine neue, höchst interessante Seite von SKUNK ANANSIE: Die Band kommt souliger, versöhnlicher und herrlich ironisch daher. Die Mitsing-Refrains, das passende Streichquartett, die Akzente der Gitarre und die Leidenschaft, mit der Shouterin Skin singt, jagen einem ein Pfund Adrenalin den Rücken hoch. Undefinierbare Drum & Bass-Sounds dienen als gelungene atmosphärische Überleitung zum jeweils nächsten Stück, wenn denn überhaupt eine Unterbrechung nötig ist. Und ganz zum Schluß hört man Skin im Studio lachen, wozu die Dame auch allen Grund hat: "Stoosh" ist nämlich die beste Pop-Rock-Platte der letzten Monate.


Hanno Kress 9.5

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