ReviewAlbum des Monats

Band
SPOCK´S BEARD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #129 
Titel
The Kindness Of Strangers 
Erscheinungsjahr
1997 
Note
10.0 

Neal Morse, Allroundmucker, Gigakomponist, begnadeter Poet und so ganz nebenbei auch noch eine der sympathischsten und positivsten Gestalten des gesamten Rockbiz, hat mal wieder in Kalifornien seine All-Star-Truppe zusammengetrommelt, ein paar Songs aus seinem schier unerschöpflichen Geistesblitzfundus aussortiert (wahrscheinlich per Losverfahren, denn dieser Irre schreibt jeden Monat mehr Megahits als die meisten Plattenmillionäre in ihrer gesamten Karriere) und sie in wenigen Mittagspausen eingespielt. Das Ergebnis bläst wie erwartet alles an die Wand, was seit der letzten SPOCK'S BEARD durch meine CD-Schleuder gekreiselt ist. Mit nach wie vor unglaublicher Leichtigkeit und Hookline-Vernarrtheit rühren die fantastischen Fünf aus allen nur erdenklichen Genres einen multi-emotionalen Zaubertrank an, mit dem sie ihre stetig wachsende Anhängerschaft von einem kunterbunten Klangtrip in den nächsten purzeln lassen. Als wäre es so leicht wie Nasepopeln, ohrwürmeln sie sich durch Artrock, Jazz, Latin, Funk und harten Powerrock, ziehen sich selbst und unseren bekloppten Planeten in bester Zappa-Manier durch den Kakao, verstehen es dabei aber immer, äußerst atmosphärisch bis in tiefste Seelenwinkel vorzugrooven und dir Geschichten zu erzählen, die eindringlicher sind als der beste Kinofilm in Dolby Surround. Egal, ob Widerhaken-Ballade mit Simon & Garfunkel-Einschlag ('June'), Dampfhammer-Rocker ('In The Mouth Of Madness') oder Monumentalepos ('Flow'): Jeder der sieben Songs ist so stimmig und rund wie die CD, auf die er gepreßt wurde. Klare Sache: An diese Wahnsinnstruppe wird in diesem Jahrtausend höchstwahrscheinlich keine Progressive-Band mehr heranreichen können!


Michael Rensen 10.0

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