RH #375Krach von der Basis

Grave Thoughts: die Krachkolumne

Sebastian Schilling

Das war eine handfeste Überraschung: Das französische Underground-Label Norma Evangelium Diaboli (NoEvDia) verkündet an einem Montag, dass sie ein neues Album der Schweden Funeral Mist veröffentlichen werden. Und zwar am darauffolgenden Freitag.

Da reibt man sich verwundert die Augen, denn schließlich ist man es mittlerweile gewohnt, dass Veröffentlichungen ein monatelanger Promo-Marathon vorausgeht. Ankündigung, Tracklist, Cover, erste „Single“, zweite „Single“ samt Lyric-Video und so weiter. Da passiert es schon mal, dass sich das beworbene Album in der eigenen Wahrnehmung schon so breitgemacht hat, dass man glatt verpasst, es sich dann auch tatsächlich zu besorgen. Schließlich kennt man ja schon das Artwork, zwei bis drei Songs und hat sich nicht selten bereits ein Urteil gebildet. Wenn man die Perspektive der Labels einnimmt, sind die ermüdenden Promo-Kampagnen allerdings verständlich. Es gilt, so viele Platten wie möglich an Vorbesteller zu verkaufen, bevor die Musik legal auf den Streaming-Plattformen und illegal auf YouTube erhältlich ist. Wenn die Songs erst mal im Umlauf sind, dürfte die Bereitschaft rapide sinken, noch Kohle dafür rauszurücken. Zumal uns die nächsten Vorabtracks bereits heiß auf andere Scheiben machen, die wiederum Monate später erscheinen. Sicher dient die radikale Veröffentlichungsstrategie von NoEvDia nicht als Beispiel für die gesamte Branche. Und klar ist auch, dass weniger namhafte Künstler davon profitieren, wenn ihre Musik ausdauernd beworben wird. Aber vielleicht gibt es ja einen Mittelweg, der immer noch genug Aufmerksamkeit und Vorbestellungen generiert, uns Musikliebhaber aber nicht schon lange vor dem Veröffentlichungstermin übersättigt. ...

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