RH #374Krach von der Basis

Grave Thoughts: Die Krachkolumne

Sebastian Schilling

„Kapuzen-Bands“ nennt Bernd von Slaughterday im Interview die momentan so angesagten Acts, die nur mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen auf die Bühne gehen und Pseudonyme haben, die lediglich aus einem Buchstaben bestehen. Die Konzerte heißen dann Rituale, und was vor ein paar Jahren noch spooky wirkte und dadurch irgendwie so rüberkam, als hätte die Musik deshalb eine größere Bedeutung, ist mittlerweile zum Klischee geworden.

Klar, ein bisschen Theaterdonner darf schon sein, und wer dem Metal das Theatralische absprechen will, vergisst die großen Inszenierungen von Kiss über Judas Priest bis hin zu Venom. Und trotzdem hat Bernd recht, wenn er sagt, dass oftmals die Optik wichtiger zu sein scheint als die Musik. Kaum eine neue Band im extremen Sektor kommt ohne den Kapuzen-Style aus. Und weil Lederjacke, Kapuze und schwarzer Stoff überm Gesicht nicht mehr reichen, kommen Mönchs-Outfits dazu oder Klamotten samt Make-up, die nach „The Walking Dead“ oder modernen „Mad Max“-Interpretationen aussehen. Da wird viel Aufwand betrieben, aber meistens fehlt es dann am Entscheidenden: Songs, die einen vom Hocker hauen. Denn mit dem einheitlichen Finster-Style geht meistens auch ziemlich einheitliche Musik einher. Auf dem letzten Rock Hard Festival haben übrigens Coroner gezeigt, wie man ganz ohne großes Brimborium und mit unprätentiösen Ansagen völlig überwältigend rüberkommen kann: mit leidenschaftlich gezockter, komplett eigenständiger Musik.

 
 

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