RH #373Special: H.P. Lovecraft im Heavy Metal

Ein perfektes Franchise-Universum

Philipp Herrmann

PHILIPP HERRMANN hat als Grafiker schon für Gruppen wie Urfaust gearbeitet und ist u.a. bei den Schwarzwurzeln Stillers Tod musikalisch aktiv. Der Illustrator und Texter schrieb im Rahmen seines Studiums einen erschöpfenden Leitfaden über Lovecrafts Schaffen, der mittlerweile auch als liebevoll gestaltetes Buch unter dem Titel „Encyclopaedia Necronomica“ erhältlich ist. Darin findet man auch Gedanken über Metal im Cthulhu-Universum.

Phil, um das Werk Lovecrafts hat sich eine eigene Subkultur entwickelt. Worauf führst du das zurück, und siehst du in dieser „Nerdigkeit“ die Begeisterung der Metal-Szene für ihre Musik widergespiegelt?

»Lovecraft hat unbewusst etwas sehr Modernes gemacht und ein perfektes Franchise-Universum erschaffen. Seine Geschichten geben nur eine lose Rahmenhandlung vor, die sich problemlos ausbauen lässt, was bereits geschah, als er noch lebte. Seine Storys entstanden eigentlich selbst in einer Nerd-Kultur, einem Umfeld aus Amateurschriftstellern und -magazinen. Es gibt viele Berührungspunkte mit Metal, wo oft Fantastisches erzählt wird, seien es Heldenmythen oder okkulte Märchen. Ich glaube, diese Liebe zum Bauen von Welten verbindet beide Szenen.«

Du bist als Mitarbeiter an einem Animationsfilm während deines Studiums mit Lovecraft in Berührung gekommen, warst aber schon Fan.

»Ich bin tatsächlich auch durch Metal auf ihn gekommen, genauer gesagt durch Metallicas ´The Call Of Ktulu´ und The Vision Bleak. Er bleibt besonders lange spannend, weil er dem Leser...

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